Otto-Versand optimistisch
Geiz offenbar nicht mehr ganz so geil

Der Hamburger Otto-Versand ist davon überzeugt, dass die deutschen Verbraucher wieder stärker auf Qualität und Service achten.

HB HAMBURG. „Die 'Geiz-ist-geil'-Mentalität lässt langsam nach“, sagte Rainer Hillebrand, Vorstandssprecher des Otto-Versands, der dpa in Hamburg. „Die Kunden wünschen sich nach wie vor einen fairen Preis, aber das Hetzen und Jagen nach dem allergünstigsten Preis nimmt ab.“

Der Otto-Versand, die Keimzelle des weltweit agierenden Handels- und Dienstleistungskonzerns Otto Group, habe sich im abgelaufenen Jahr gut entwickelt. „Durch neue interne Strukturen sind wir schneller, flexibler und kostengünstiger geworden“, sagte Hillebrand. Die Orientierung an den Wünschen des Kunden sei dabei die zentrale Herausforderung gewesen. „Die Modezyklen sind kürzer geworden und die Markenloyalität der Kunden hat abgenommen“, erklärte der Vorstandssprecher. Darauf habe der Otto-Versand unter anderem mit der Einführung eines dritten Hauptkatalogs im Jahresverlauf reagiert. „Das ist vielleicht noch nicht das Ende der Fahnenstange; möglich wären auch vier oder fünf Hauptkataloge pro Jahr.“

Der hartnäckigen Flaute im deutschen Einzelhandel habe sich auch der Otto-Versand in diesem Jahr nicht entziehen können. „Wir sehen aber ein sehr starkes Weihnachtsgeschäft und haben insgesamt besser abgeschnitten als unsere Konkurrenten im Universal-Versandhandel“, sagte Hillebrand. Dazu habe neben dem dritten Katalog auch der nach wie vor boomende Internet-Handel beigetragen. Mittlerweile laufen fast ein Drittel der Bestellungen beim Otto-Versand über das Netz. Die gesamte Otto-Gruppe, die weltweit beim Internet-Handel auf dem zweiten Platz hinter Amazon rangiert, erwartet in diesem Jahr ein Plus beim Internet-Handel um mehr als 20 Prozent.

Für das nächste Jahr erwartet Hillebrand, dass der Otto-Versand wieder die Konkurrenz schlagen kann. Die Konjunkturentwicklung im Handel sei 2006 eher positiv einzuschätzen; auch die Fußball-WM werde zusätzliche Impulse bringen. „Entscheidend wird aber sein, wie sich die Stimmung in Deutschland entwickelt“, sagte der Vorstandssprecher.

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