Outdoor-Branche

Junge Abenteurer dringend gesucht

Sport und Bewegung in der Natur bleiben im Trend. Trotzdem ist das Klima für die Outdoor-Ausrüster rauer geworden. Die Branche kämpft mit Verdrängungswettbewerb und schwachem Wachstum – und braucht mehr junge Kunden.
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Die Outdoor-Mode und -Zubehör liegen nach wie vor im Trend – doch Konkurrenzdruck und schwache Nachfrage der jungen Kunden machen der Branche zu schaffen. Quelle: dpa
Sportartikel-Messe Ispo

Die Outdoor-Mode und -Zubehör liegen nach wie vor im Trend – doch Konkurrenzdruck und schwache Nachfrage der jungen Kunden machen der Branche zu schaffen.

(Foto: dpa)

Idstein/MünchenWetterfest und längst salonfähig: Outdoor-Kleidung und -Zubehör haben sich von Nischenprodukten für Wanderer, Bergsportler und Extremcamper zur Alltagsware entwickelt. Doch trotz der breiteren Kundschaft wächst die Branche nicht mehr in den Himmel. Nach anfangs zweistelligen Wachstumsraten geht es seit einigen Jahren im gesättigten deutschen Markt deutlich langsamer voran – bei wachsendem Wettbewerbsdruck.

Um jährlich etwa zwei bis drei Prozent wächst die Branche in Deutschland, wie die Geschäftsführerin des Bundesverbandes der Deutschen Sportartikel-Industrie, Nicole Espey, schätzt. Zuletzt lagen die Umsätze hierzulande bei rund 2,5 Milliarden Euro. Scharfe Abgrenzungen sind allerdings schwierig, weil zumindest ein wenig „outdoor“ in sehr vielen Produkten steckt – vom Wanderschuh bis zum Rucksack, von der Windjacke bis zum Schlafsack und Campingkocher.

Auch die Zahl der Firmen, die sich in der Branche tummeln, hat zugenommen. So zeigten im vergangenen Jahr mehr als 900 Aussteller aus über 40 Ländern bei der Branchenschau „Outdoor“ in Friedrichshafen ihre Neuheiten. Der Boom hatte neue Anbieter auf den Markt gelockt – was den Wettbewerb um die frischlufthungrige Kundschaft deutlich anheizte. Viele der etablierten Marken sind bisher in Familienhand wie etwa der Wanderschuh- und Bergstiefelhersteller Meindl oder der Bergsportausrüster Vaude.

Anders ist das mit dem europäischen Marktführer Jack Wolfskin: Das im hessischen Idstein ansässige Unternehmen gehört dem US-Investor Blackstone und könnte bald an ein Konsortium aus Investoren und Hedgefonds gehen. Unter anderem eine teure China-Expansion hatte Jack Wolfskin Kraft gekostet – und sich dann weniger ausgezahlt als geplant. Trotzdem, das Unternehmen sei gesund und wachse auch ordentlich, heißt es. 351 Millionen Euro Umsatz und „operativ schwarze Zahlen“ verbuchte der Anbieter mit dem Tatzenabdruck im Firmenlogo im vergangenen Geschäftsjahr (30. September), nach 314 Millionen Euro im Vorjahr. „Wir sind mit der aktuellen Entwicklung bei uns sehr zufrieden“, sagt ein Unternehmenssprecher.

Das sind die neuesten Trends der Sportwelt
Garmin Fenix 5 Serie
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Die Garmin-Familie bekommt in diesem Jahr Zuwachs: Die Fenix 5 Serie punktet mit einem Chroma-Display, verbesserter Elevate-Herzfrequenztechnologie, erweitertem Activity-Tracking, Multisport-Funktionen, Smart-Notifications und der Connect IQ-App. Die GPS-Sportuhr beinhaltet vorinstallierte topographische Landkarten zur verbesserten Navigation. Auf den Markt kommen sollen die neuen Modelle, die von Sportlern schon sehnsüchtig erwartet werden, noch im ersten Quartal.

Fenix 5 S
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Für Aufsehen sorgt auf der Sportmesse vor allem die schlankere Variante Fenix 5 S (hier links im Bild) der ursprünglich doch recht dicken Vorgänger-Version Fenix 3. Praktische Neuerung: die Armbänder der neuen Fenix-Reihe lassen sich durch einen Clip schneller und einfacher wechseln als früher.

Polar M200
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Auf Augenhöhe mit Garmin und Suunto: Der finnische Herzfrequenz-Experte Polar stellte unter anderem die M200 in den Fokus – eine GPS-Laufuhr für Laufeinsteiger mit Pulsmessung am Handgelenk, die auch rund um die Uhr die tägliche Aktivität aufzeichnen und Smart Notifications anzeigen kann.

Tomtom Runner 3
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Mit Herzfrequenzmessung am Handgelenk will auch der Hersteller Tomtom bei den Sportlern punkten. Die neue Multisport-Uhr Runner 3 wartet jetzt neben GPS, Pulsmesser, MP3-Player und Fitnesstracker auch mit einer Routenfunktion auf.

Iofit Smart Shoes
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Iofit ist ein intelligenter Schuh mit Sensoren in den Sohlen, die Balance, Haltung und Technik analysieren - Daten, die nur am Fuß des Golfers gemessen werden können. Er übermittelt Echtzeitdaten und Tipps an eine Smartphone-App, durch die Training, Spielleistung und Gesundheit optimiert werden können. Preis: 359 Dollar

On Cloudflow
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Der spezielle Zero-Gravity-Schaum des Laufschuhs Cloudflow der Schweizer Firma On dämpft jeden Schritt – und es läuft sich quasi wie auf Wolken. 18 Cloud-Elemente verbinden sich fest und bilden eine solide Basis für den kraftvollen Antritt. Eine spezielle Konstruktion in der Mittelsohle stützt das natürliche Abrollen; die Verstärkung im Vorderfuß verbessert die Beweglichkeit.

On Cloudflash
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Beim Modell Cloudflash bieten 14 kleine Cloud-Elemente Zugkraft. Das Speedboard in der Mittelsohle lädt sich mit Aufprallenergie auf und gibt sie beim Abstoßen wieder an den Läufer ab. Die innovative Hybrid-Einlage bietet extra-Komfort und die Performance-Ferse schmiegt sich perfekt an. Der Cloudflash ist „Made for Speed“.

Allerdings soll eine hohe Schuldenlast auf dem Outdoor-Ausrüster lasten. Schon seit Wochen ist ein möglicher Besitzerwechsel im Gespräch, nachdem das Konsortium Schulden von Jack Wolfskin übernommen haben soll. Bei den Gesprächen lägen nun mehrere Vorschläge auf dem Tisch, heißt es. Ein Szenario: Das Konsortium könnte die Schulden teils in Eigenkapital wandeln und dem Unternehmen frisches Kapital zuschießen – und den Outdoor-Ausrüster damit unter seine Fittiche bekommen. „Die Gespräche mit den Gläubigern verlaufen positiv, und wir gehen davon aus, dass eine zeitnahe Lösung eine starke Plattform für die weitere Entwicklung von Jack Wolfskin bieten wird“, sagt der Unternehmenssprecher.

Neue Spielregeln für die Branche
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