Paketdienste: UPS zieht weltweites Paket-Shop-Netz auf

Paketdienste
UPS zieht weltweites Paket-Shop-Netz auf

Der US-Logistikkonzern UPS baut ein weltweites Netz von Paket-Shops für kleine und mittlere Unternehmen unter der Marke „The UPS Store“ auf. Nach und nach werden dazu die Läden der Bürodienste-Tochter Mail Boxes Etc. (MBE) unter das Dach der bekannteren Express-Marke gebracht.

HB BERLIN. Dies wurde bereits in den USA und Kanada sowie kürzlich in Indien umgesetzt. Auch in Europa und insbesondere in Deutschland rechnen Branchenexperten mit einer Umstellung.

„Die großen Paket-Konzerne haben die kleinen und mittleren Unternehmen als attraktives Kundenpotenzial entdeckt“, meint der Hamburger Logistikexperte Horst Manner-Romberg. Sie forderten nicht so hohe Rabatte wie die Großkunden. Mit Zusatzangeboten wie Kopier-, Druck- und Bürodiensten bis hin zum Postversand versuchen die Konzerne, die Kunden an sich zu binden.

Daher haben auch Konkurrenten wie Fedex und die Deutsche Post-Tochter DHL damit begonnen, in großem Stil internationale Shop-Ketten aufzubauen. Fedex hat 2005 die US-Kopier- und Druck-Kette Kinkos mit 1 200 Shops gekauft. DHL zählt in den USA 4 000 Paketannahmestellen, darunter Shops der Bürodienste-Kette Office Max. Bis 2008, so ein Sprecher, sollen allein in Europa 30 000 Kontaktpunkte entstehen.

Kleinere Konkurrenten wie GLS, TNT und Hermes setzen in Europa allein auf Paketannahmestellen im Einzelhandel. GLS und TNT kooperieren in Deutschland mit der Kopiercenter-Kette Paketeria.

Franchise heißt dagegen das Erfolgsmodell von UPS. Alle 5 500 Stores mit einem Gesamtumsatz von knapp zwei Mrd. US-Dollar in 70 Ländernwerden von selbstständigen Franchisenehmern geführt und von so genannten Masterlizenznehmern in den jeweiligen Ländern betreut. 2001 kaufte UPS für 180 Mill. US-Dollar die Lizenzrechte der Bürodienste-Läden MBE. Zwei Jahre später begann die Umstellung auf die Marke UPS in den USA. 2005 folgte Kanada mit 265 Shops. Neue Lizenzen werden nur noch als „The UPS Store“ vergeben. Im Herbst 2005 erwarb mit der indischen Jetair Business Solutions erstmals ein Unternehmen außerhalb der USA eine Masterlizenz.

Europa könnte bald folgen. Zwar betonte UPS-Auslandschef David Abney, dass das Unternehmen noch keine Entscheidung über die Umstellung der Marke in Europa getroffen habe. Doch gilt dies in der Branche nur als eine Frage der Zeit. Zumal UPS-Chef Michael Eskew den einheitlichen Markenauftritt zur Chefsache erklärt hat.

In Deutschland, wo es derzeit 57 Franchise-Shops gibt, bietet sich ein schneller Umstieg an. UPS ist bereits mit 20 Prozent an der MBE Deutschland beteiligt. Deutschland-Chef und Anteilseigner Michael Sradnick rechnet allerdings nicht so schnell damit. Denn das Unternehmen ist eine Tochter der MBE Italien, die 51 Prozent der Anteile hält und von der Familie Fiorelli kontrolliert wird. In Italien werden mit mehr als 500 MBE-Shops die meisten Läden außerhalb der USA gezählt.MBE, seit 1992 in Italien, ist dort eine eingeführte Marke. Eine Umstellung auf UPS dürfte gegen den Willen der Familie Fiorelli kaum gelingen.

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