Pannenflughafen BER
Aufsichtsrat will aufs Gaspedal treten

Nach vier geplatzten Eröffnungsterminen ziehen sich die Arbeiten am BER weiter hin. Auch um das nächste Datum für die Eröffnung müssen die Bauherren kämpfen. Korruptionsjäger prüften den Umbau der Brandschutzanlage.

BerlinDer Aufsichtsrat des neuen Berliner Flughafens BER hat am Freitag über den weiteren Zeitplan für das Pannenprojekt beraten. „Wir haben den bekannten Verzug von drei bis vier Monaten“, sagte der Berliner Flughafenkoordinator Engelbert Lütke Daldrup vor Beginn der Sitzung. „Die Geschäftsführung hat uns eine Überarbeitung des Terminplans vorgelegt, und die werden wir heute beraten.“ Eine Eröffnung des Flughafens im Jahr 2017 sei weiterhin möglich, versicherte der Staatssekretär.

Thema der Aufsichtsratssitzung war auch der Wirtschaftsplan der Flughafengesellschaft. Ebenso dürfte die Finanzierung des Neubaus eine Rolle spielen. Das Unternehmen wartet darauf, dass die EU-Kommission den Finanzrahmen von zuletzt 5,4 Milliarden Euro auf 6,9 Milliarden Euro erhöht. Nach Medienberichten gibt Brüssel möglicherweise nicht die komplette Summe frei. Bei Baubeginn 2006 waren die Kosten mit 2 Milliarden Euro angegeben worden.

Wegen langwieriger Planungsarbeiten und der Pleite des Gebäudeausrüsters Imtech liegen die Betreiber drei bis vier Monate hinter dem Zeitplan, der vor einem Jahr festgelegt worden war. Seit einem Monat gilt deshalb teilweise eine Sechs-Tage-Woche auf der Baustelle.

Unterdessen wurde bekannt, dass der Umbau der Brandschutzanlage ein Fall für die Korruptionsjäger des Flughafens war. Die sogenannte Compliance-Abteilung ging in diesem Herbst nach Flughafenangaben Hinweisen auf mögliche Regelverstöße bei dem millionenschweren Projekt nach. „Das Ergebnis der Prüfung ist, dass es keine Anhaltspunkte etwa für unnötige Umbauten oder eine überdimensionierte Entrauchungssteuerung gibt“, sagte Sprecher Ralf Kunkel.

„Bild.de“ dagegen berichtete, der Umbau beruhe nach Aussage eines beteiligten Gutachters auf fehlerhaften Simulationen und sei womöglich überdimensioniert. Das würde Technikchef Jörg Marks in Erklärungsnot bringen, in dessen Zeit als Siemens-Regionalchef der Konzern den Auftrag vom Flughafen erhielt. Kunkel betonte, der Artikel sei unzutreffend.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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