Pannenflughafen

BER-Chef Mehdorn vor dem Abflug

Berlin und Brandenburg haben genug von Hartmut Mehdorn. Der Manager der Flughafenbaustelle BER steht vor der Ablösung. Headhunter sind auf der Suche nach einem Nachfolger – und haben konkrete Namen auf dem Zettel.
Update: 08.12.2014 - 20:17 Uhr 12 Kommentare
BER-Chef Hartmut Mehdorn: Sein Vertrag läuft noch bis Februar 2016.

BER-Chef Hartmut Mehdorn: Sein Vertrag läuft noch bis Februar 2016.

BerlinDie Tage von Hartmut Mehdorn als Chef des Berliner Pannenflughafens BER scheinen gezählt zu sein. Zwei der drei Eigentümer, die Länder Berlin und Brandenburg, haben die aktive Suche nach einem Nachfolger für den umstrittenen Airport-Manager gestartet.

Nach Informationen des Handelsblatts wurde bereits ein Headhunter eingeschaltet. Ein erstes Gespräch mit einem potentiellen Kandidaten wollen Dietmar Woidke, der Ministerpräsident von Brandenburg, und der designierte Berliner Regierungschef Michael Müller am 15. Dezember führen, hieß es in Unternehmenskreisen. Genannt wird dabei der Name von Michael Garvens, Chef des Flughafens Köln-Bonn.

Allerdings ist Garvens offensichtlich nicht der einzige Kandidat. Auch der Münchener Flughafenmanager Thomas Weyer wird genannt. Beide Namen waren bereits Anfang 2013 aufgetaucht, als ein Nachfolger für den damals geschassten Flughafenchef Rainer Schwarz gesucht wurde.

Auch die Möglichkeit, Kandidaten jenseits der Luftfahrtbranche zu finden, etwa bei Investmentbanken, werde derzeit noch untersucht, heißt es in Branchenkreisen. Mehdorns Vertrag läuft noch bis Februar 2016.

Nach Informationen der „Berliner Morgenpost“ und der Zeitung „B.Z.“ soll auch der neuer Aufsichtsratschef feststehen: Der frühere Daimler- und Rolls-Royce-Manager Axel J. Arendt soll den Posten bekommen. Das Land wolle den 65-jährigen Luftfahrt-Experten vorschlagen, schreiben die Kollegen. Der Posten wird nach dem Rückzug des Berliner Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit (SPD) frei. Laut „B.Z.“ wollen Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) und Finanzminister Christian Görke (Linke) die Personalie am Dienstag im Kabinett präsentieren.

Regierungssprecher Thomas Braune wollte die Berichte so nicht bestätigen. Er sagte der Zeitung lediglich: „Die Brandenburger Landesregierung wird sich morgen mit den Fragen der Entsendung der Brandenburger Mitglieder des Aufsichtsrates beschäftigen.“ Das Gremium kommt an diesem Freitag zu seiner nächsten Sitzung zusammen.

Der amtierende BER-Chef Mehdorn hatte zuletzt seinem Ärger über mangelndes Vertrauen in seine Person in einem Wutbrief an Aufsichtsratschef  Klaus Wowereit (SPD) Luft gemacht. Darin warf er seinem Arbeitgeber „Misstrauenskultur“ und „Zynismus“ vor und forderte vom Aufsichtsrat der Berliner Flughafengesellschaft mehr Rückhalt ein. „Ein Aufsichtsrat muss Vertrauen in seine Geschäftsführung haben. Entweder er traut seiner Geschäftsleitung, oder er sucht sich eine neue. Dazwischen gibt es nichts“, sagte Mehdorn dem „Tagesspiegel am Sonntag“.

Wird der BER-Flughafen jemals eröffnet?

Wird der BER-Flughafen jemals eröffnet?

Hintergrund des Briefes: Der Manager hatte sich zuletzt gegen externe Kontrolleure in seinem Unternehmen gewehrt. Die Gesellschafter Berlin, Brandenburg und der Bund wollen laut „Bild am Sonntag“ externe Gutachter auf die Baustelle schicken, um die anhaltenden Probleme zu beleuchten. Laut der vertraulichen Auftragsbeschreibung soll insbesondere untersucht werden, „ob der Aufsichtsrat (...) von der Geschäftsführung rechtzeitig, im richtigen Maß/Format sowie verständlich in der gebotenen Qualität (...) unterrichtet wurde“. Ganz ähnlich hatte vor anderthalb Jahren der Auftrag an Wirtschaftsprüfer und Juristen geklungen, um den damaligen Flughafenchef Rainer Schwarz endgültig zu entlassen.

Die vollständige Geschichte finden Sie zum Download im Kaufhaus der Weltwirtschaft.

  • jkn
  • sk
  • dpa
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12 Kommentare zu "Pannenflughafen: BER-Chef Mehdorn vor dem Abflug"

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  • Wann wird diese Flughafen-Ruine abgerissen?

  • Hoffentlich bekommt der arme genügend Abfindung !!

  • Immer das gleiche. Die Häuptlinge sind unfähig und zu viele an der Zahl. Oder zu viele Köche verderben den Brei. Daß den wirklich Verantwortlichen, natürlich ausschließlich aus der Politik, die solche Schaumschläger auch noch einsetzen, die 100 Hiebe auf die nackten Fußsohlen zustehen und nicht bekommen, ist der eigentliche Skandal. Liebe Leser, Ihr wißt, daß diese Politiker auch durch unsere Stimmen bei Wahlen zu diesen Pfründen gekommen sind.

  • Wo der nuschelnde Meter auftaucht ... gibts Ärger!

  • Es gibt nur einen (GELD-)GEWINNER beim BER:
    hartmut mehdorn - er hat seinen "VERDIENST" eingesteckt.

  • Aber was hat man erwartet nach Heideldruck, Bahn, Airberlin nun noch der Flughafen.
    Er sollte Bundeskanzler werden. Das hat es ganz Deutschland hinter sich!
    :-))))

  • Der Nachfolger tut mir jetzt schon leid. Bei dem Tohuwabohu blickt doch keiner mehr durch.
    Wenn er gute Arbeit leisten will, braucht er nochmals mind. 6 Monate zur Analyse. Bei entsprechenden Personal.

  • Nachfolger für Mehdorn gesucht
    ----------
    Ich hätte da auch ein paar Vorschläge:
    ■ Wolfgang Tiefensee (war unter Schröder "Minderleister")
    ■ Kurt Beck (hat Erfahrung mit Pleitebauten)

    Berlin und Brandenburg haben genug von Hartmut Mehdorn. Der Manager der Flughafenbaustelle BER steht vor der Ablösung. Headhunter sind auf der Suche nach einem Nachfolger – und haben konkrete Namen auf dem Zettel.

    Besser wäre es, den Pannenairport abzureißen. Er wird auch 2050 nicht fertig.

    BER - der leiseste Flughafen der Welt
    Hier gilt für 24/7 ein Flugverbot. Somit starten und landen hier auch keine Maschinen. Die Anwohner freut es.
    Und die Ruhe ist ja auch etwas Wert! Was sind da schon 5,4 Milliarden Euro, oder 8 Milliarden!
    Aber man denkt schon über einen Abriss und Neubau nach. Wie kann man das verhindern?

    BBI: Wir schreiben das Jahr 2050
    BBI ist immer noch nicht eröffnet.
    Berlin und Brandenburg stellen eine Eröffnung noch vor der Jahrhundertwende in Aussicht.
    Die Kosten belaufen sich mittlerweile auf 500MrdDM (der € wurde 2015 abgeschafft).
    Auf der Baustelle wurden vergoldete Statuen von Wowereit und Platzeck errichtet.

    Auf dem nagelneuen Flughafen ist zwar noch nie ein Flugzeug gelandet, doch Provinzfürst Carlos Fabra hat sich trotzdem eine monumentale Statue an den Eingang bauen lassen. Ein modernes Sinnbild dafür, was alles falsch läuft in der spanischen Pleiteregion Valencia.
    Quelle: FAZ
    http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/flughafen-valencia-der-koloss-von-castellon-11830672
    Der Koloss von Castellón

    Zwischen Berlin und Castellón gibt es - fast - keinen Unterschied. Berlin lebt nur noch Dank des LFA.

  • Die Leute, die Mehdorn eingestellt haben, gehören auch) geschasst.

  • @Herr Fritz Yoski:
    Unterschätzen Sie mal nicht die Leiharbeiter, D I E haben meist noch Luft nach oben ;–))

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