Pannenflughafen
BER-Chef Mehdorn vor dem Abflug

Berlin und Brandenburg haben genug von Hartmut Mehdorn. Der Manager der Flughafenbaustelle BER steht vor der Ablösung. Headhunter sind auf der Suche nach einem Nachfolger – und haben konkrete Namen auf dem Zettel.
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BerlinDie Tage von Hartmut Mehdorn als Chef des Berliner Pannenflughafens BER scheinen gezählt zu sein. Zwei der drei Eigentümer, die Länder Berlin und Brandenburg, haben die aktive Suche nach einem Nachfolger für den umstrittenen Airport-Manager gestartet.

Nach Informationen des Handelsblatts wurde bereits ein Headhunter eingeschaltet. Ein erstes Gespräch mit einem potentiellen Kandidaten wollen Dietmar Woidke, der Ministerpräsident von Brandenburg, und der designierte Berliner Regierungschef Michael Müller am 15. Dezember führen, hieß es in Unternehmenskreisen. Genannt wird dabei der Name von Michael Garvens, Chef des Flughafens Köln-Bonn.

Allerdings ist Garvens offensichtlich nicht der einzige Kandidat. Auch der Münchener Flughafenmanager Thomas Weyer wird genannt. Beide Namen waren bereits Anfang 2013 aufgetaucht, als ein Nachfolger für den damals geschassten Flughafenchef Rainer Schwarz gesucht wurde.

Auch die Möglichkeit, Kandidaten jenseits der Luftfahrtbranche zu finden, etwa bei Investmentbanken, werde derzeit noch untersucht, heißt es in Branchenkreisen. Mehdorns Vertrag läuft noch bis Februar 2016.

Nach Informationen der „Berliner Morgenpost“ und der Zeitung „B.Z.“ soll auch der neuer Aufsichtsratschef feststehen: Der frühere Daimler- und Rolls-Royce-Manager Axel J. Arendt soll den Posten bekommen. Das Land wolle den 65-jährigen Luftfahrt-Experten vorschlagen, schreiben die Kollegen. Der Posten wird nach dem Rückzug des Berliner Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit (SPD) frei. Laut „B.Z.“ wollen Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) und Finanzminister Christian Görke (Linke) die Personalie am Dienstag im Kabinett präsentieren.

Regierungssprecher Thomas Braune wollte die Berichte so nicht bestätigen. Er sagte der Zeitung lediglich: „Die Brandenburger Landesregierung wird sich morgen mit den Fragen der Entsendung der Brandenburger Mitglieder des Aufsichtsrates beschäftigen.“ Das Gremium kommt an diesem Freitag zu seiner nächsten Sitzung zusammen.

Der amtierende BER-Chef Mehdorn hatte zuletzt seinem Ärger über mangelndes Vertrauen in seine Person in einem Wutbrief an Aufsichtsratschef  Klaus Wowereit (SPD) Luft gemacht. Darin warf er seinem Arbeitgeber „Misstrauenskultur“ und „Zynismus“ vor und forderte vom Aufsichtsrat der Berliner Flughafengesellschaft mehr Rückhalt ein. „Ein Aufsichtsrat muss Vertrauen in seine Geschäftsführung haben. Entweder er traut seiner Geschäftsleitung, oder er sucht sich eine neue. Dazwischen gibt es nichts“, sagte Mehdorn dem „Tagesspiegel am Sonntag“.

Hintergrund des Briefes: Der Manager hatte sich zuletzt gegen externe Kontrolleure in seinem Unternehmen gewehrt. Die Gesellschafter Berlin, Brandenburg und der Bund wollen laut „Bild am Sonntag“ externe Gutachter auf die Baustelle schicken, um die anhaltenden Probleme zu beleuchten. Laut der vertraulichen Auftragsbeschreibung soll insbesondere untersucht werden, „ob der Aufsichtsrat (...) von der Geschäftsführung rechtzeitig, im richtigen Maß/Format sowie verständlich in der gebotenen Qualität (...) unterrichtet wurde“. Ganz ähnlich hatte vor anderthalb Jahren der Auftrag an Wirtschaftsprüfer und Juristen geklungen, um den damaligen Flughafenchef Rainer Schwarz endgültig zu entlassen.

Die vollständige Geschichte finden Sie zum Download im Kaufhaus der Weltwirtschaft.

Jens Koenen leitet das Büro Unternehmen & Märkte in Frankfurt.
Jens Koenen
Handelsblatt / Leiter Büro Frankfurt
Silke Kersting
Silke Kersting
Handelsblatt / Korrespondentin
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Pannenflughafen: BER-Chef Mehdorn vor dem Abflug"

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  • Wann wird diese Flughafen-Ruine abgerissen?

  • Hoffentlich bekommt der arme genügend Abfindung !!

  • Immer das gleiche. Die Häuptlinge sind unfähig und zu viele an der Zahl. Oder zu viele Köche verderben den Brei. Daß den wirklich Verantwortlichen, natürlich ausschließlich aus der Politik, die solche Schaumschläger auch noch einsetzen, die 100 Hiebe auf die nackten Fußsohlen zustehen und nicht bekommen, ist der eigentliche Skandal. Liebe Leser, Ihr wißt, daß diese Politiker auch durch unsere Stimmen bei Wahlen zu diesen Pfründen gekommen sind.

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