Pannenflughafen BER Mehdorn-Nachfolge noch nicht geklärt

Bis Ende Juni muss ein Nachfolger für den BER-Chef gefunden sein, denn länger will Hartmut Mehdorn nicht weitermachen. Der Aufsichtsrat berät über potentielle Nachfolger – die Entscheidung ist noch offen.
Update: 20.02.2015 - 15:35 Uhr Kommentieren
Der scheidende Geschäftsführer hatte kurz vor Weihnachten seinen Rücktritt angekündigt, zuvor aber noch einen Zeitplan vorgestellt, nach dem der Flughafen in der zweiten Jahreshälfte 2017 in Betrieb gehen soll. Quelle: dpa

Der scheidende Geschäftsführer hatte kurz vor Weihnachten seinen Rücktritt angekündigt, zuvor aber noch einen Zeitplan vorgestellt, nach dem der Flughafen in der zweiten Jahreshälfte 2017 in Betrieb gehen soll.

(Foto: dpa)

SchönefeldDie Entscheidung über den künftigen Chef des Hauptstadtflughafens Berlin Brandenburg ist noch offen. Der Flughafen-Aufsichtsrat kam am Freitagnachmittag in Schönefeld bei Berlin zu einer Sondersitzung zusammen. Der bisherige Geschäftsführer Hartmut Mehdorn will den Posten bis spätestens 30. Juni aufgeben.

Formal bestimmt bei der Flughafengesellschaft der Aufsichtsrat den Geschäftsführer. Bei der Nachfolger-Suche ging es aber zunächst um eine Verständigung der drei Gesellschafter Bund, Berlin und Brandenburg hinter den Kulissen. Ob sie am Freitag gelingt, war ungewiss.

Vor der Sitzung des Kontrollgremiums hatten Berlin und Brandenburg auf eine Entscheidung über die Personalie gedrungen. Mit dem Bund zeichnete sich aber bis zuletzt noch keine Einigung auf eine Person ab.

Der neue Chef wird die schwierige Aufgabe haben, den neuen Airport bis Ende 2017 fertigzustellen. Planungsfehler und Baumängel haben das Projekt schon mehr als drei Jahre in Verzug gebracht.

„Ich bedauere meinen Rücktritt persönlich sehr“
Abgang beim Hauptstadtflughafen
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„Ich bedauere meinen Rücktritt persönlich sehr, da er weder meinem Pflichtbewusstsein noch meinen persönlichen Zielen entspricht.“
Hartmut Mehdorn bei der Ankündigung seines Rücktritts als BER-Chef am 15. Dezember 2014. Der Manager will sich spätestens Ende Juni 2016 zurückziehen.

Gegen die Lufthansa
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Ein „Komplott der Lufthansa und des Frankfurter Flughafens gegen Berlin“ witterte Mehdorn im Oktober 2014. Der BER-Chef erregte sich über ein Verbot von gemeinsamen Flügen seines früheren Arbeitgebers Air Berlin und deren Geldgeber Etihad. Die Lufthansa konterte: „Wir sind auch nicht gewankt, als die Eröffnung des neuen Flughafens verschoben wurde, wir haben auch nicht geklagt wie Air Berlin. Als Dank bekommt man solche Beschimpfungen.“

Zum Streit um Fluglärm
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„Wir leben in einer Wohlstandsgesellschaft und wollen stets pünktlich nach Mallorca kommen. Doch den Lärm sollen andere haben. Das geht nicht.“
Mehdorn im März 2014 zum Streit um ein Nachtflugverbot am BER.

Als Air-Berlin-Chef
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„Katastrophe“ – „Es fängt bei der Blamage an und endet mit einem wirtschaftlichen Schaden, den wir und viele andere erleiden.“
Mehdorn (hier mit dem ehemaligen Regierenden Bürgermeister von Berlin und Ex-BER-Aufsichtsratschef Klaus Wowereit, SPD) am 18. Dezember 2012 als Chef von Air Berlin zu der verzögerten Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafens.

Der Sparkommissar
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„Sparen fängt im Kleinen an. Säfte, Kaffee und Kekse für Meetings gibt es nicht mehr, Dienstreisen wurden auf ein Minimum reduziert.“
Mehdorn im Mai 2012 zu den Sparmaßnahmen bei Air Berlin.

Als Autor
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„Diplomat wollte ich nie werden.“
Titel des 2007 erschienenen Gesprächsbands mit Mehdorn.

Der „Sanierer“
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„Mein Vorstand hat die Bahn nicht kaputtgespart, wir haben sie saniert.“
Mehdorn blickt im Januar 2011 auf seinen Sparkurs für den geplanten Börsengang des Staatskonzerns zurück.

Als Nachfolger Mehdorns sind die Manager Karsten Mühlenfeld und Michael Clausecker im Gespräch. Mühlenfeld arbeitet zurzeit beim Zughersteller Bombardier Transportation, dessen Deutschlandchef Clausecker bis vergangenen Sommer war.

Der Berliner Regierende Bürgermeister Michael Müller bekräftigte am Donnerstag, er und Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (beide SPD) seien schon lange entscheidungsbereit. „Wenn der Bund das nicht mittragen kann oder will, erwarte ich zumindest eine klare Perspektive, wie er sich die nächsten Schritte vorstellt“, sagte Müller der „Berliner Morgenpost“ (Freitag). In der RBB-„Abendschau“ ergänzte er, er hoffe darauf, dass sich der Bund konstruktiv einbringt. Eine Kampfabstimmung sollte möglichst vermieden werden.

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