Parfümeriekette
Douglas setzt Duftmarke in Italien

Nachdem Douglas bereits im März den spanischen Konkurrenten Bodybell übernommen hat, kauft die Parfümeriekette nun zwei Ketten in Italien. Europaweit betreibt Douglas damit künftig über 2000 Parfümerien.
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DüsseldorfDouglas-Chefin Isabelle Parize zieht ihre angekündigte Expansion in Europa konsequent durch. Nach der jüngsten Übernahme in Spanien hat sie jetzt den nächsten spektakulären Zukauf eingefädelt. Das Unternehmen übernimmt die italienische Parfümeriegruppe Leading Luxury Group (LLG) und wird damit auf einen Schlag Marktführer in Italien. Verkäufer ist die Private-Equity-Gesellschaft Orlando Italy Management.

Schon vor zwei Monaten hatte Parize im Handelsblatt-Interview angekündigt, dass der Umsatz von Douglas in diesem Jahr um rund fünf Prozent wachsen soll. Um dieses Ziel zu erreichen, so hatte sie damals gesagt, seien auch weitere Übernahmen im europäischen Ausland geplant.

Ziel von Douglas-Chefin Parize ist es, in jedem Markt Nummer eins oder zumindest eine starke Nummer zwei zu sein. Mit der Übernahme hat sie das jetzt auch im wichtigen Markt Italien erreicht. Die Leading Luxury Group hat heute schon mit ihren 500 Parfümerien unter den Marken Limoni und La Gardenia einen Marktanteil von 50 Prozent. Dazu kommen dann noch die 126 Douglas-Parfümerien vor Ort.

Mit dem Zukauf baut Douglas zugleich auch die Marktführerschaft in Europa aus. Zusammen mit Limoni und La Gardenia hat der Konzern dann 2.200 Filialen in 19 Ländern. „Die Übernahme von LLG ist ein wichtiger Schritt bei unseren Bestrebungen, die Reichweite von Douglas europaweit auszudehnen“, sagte Henning Kreke, Miteigentümer und Aufsichtsratschef von Douglas.

Parize versucht sehr aggressiv, vergangene Versäumnisse in der Strategie von Douglas aufzuholen. Im März erst hatte Douglas die Parfümeriekette Bodybell in Spanien übernommen und damit die Zahl seiner Filialen in diesem Land auf einen Schlag um 200 Geschäfte ausgebaut. Bisher hatte Douglas es in rund zwanzig Jahren in Spanien erst auf 57 Märkte gebracht.

Zugleich zieht sich Douglas jetzt auch genau so konsequent aus Märkten zurück, in denen keine Chance besteht, in absehbarer Zeit auf einen nennenswerten Marktanteil zu kommen. So hat sich das Unternehmen im Dezember 2016 aus der Türkei zurückgezogen. In zehn Jahren hatte es die Kette dort gerade mal auf elf Filialen gebracht. 

Die Familie Kreke kontrolliert Douglas zusammen mit dem Finanzinvestor CVC. Der hatte im vergangenen Sommer die Mehrheit übernommen, die Krekes halten 15 Prozent. Im Zuge dieser Veränderung der Eigentümerstruktur hatte auch Isabelle Parize die Leitung des Unternehmens übernommen. Douglas hatte sich in den vergangenen Jahren auf das Parfümerie-Geschäft konzentriert, andere Konzernteile wie der Süßwarenhändler Hussel oder der Schmuckhändler Christ waren verkauft worden.

Auch in der Zentrale der Parfümeriekette hat die neue Chefin aufgeräumt. Rund 150 Stellen hat sie eingespart, jedes Geschäftsfeld wird überprüft. Abgeschlossen ist mittlerweile der Umzug des Headquarters von Hagen nach Düsseldorf – auch das eine Effizienzmaßnahme, weil damit das bisher räumlich getrennte Online- und das Filialgeschäft in einer Zentrale zusammengelegt werden. Ihre Ansage: „Die Organisation muss agiler werden, um schlagkräftiger zu sein.“

Florian Kolf
Florian Kolf
Handelsblatt / Teamleiter Handel und Konsum

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