Pariser Messe-Chef: „Wir könnten auch die Messe Düsseldorf betreiben“

Pariser Messe-Chef
„Wir könnten auch die Messe Düsseldorf betreiben“

Marc Garnier, Chef der Pariser Messen, rechnet mit einer Marktbereinigung in Europa. Das werden viele kleinere Messestandorte, gerade in Deutschland, seiner Meinung nach nicht überleben. Seine These: Viele von Ihnen haben einfach zu viel investiert, obwohl die Branche nur noch langsam wächst.

PARIS. Das Pariser Messegelände Villepinte im Norden der Stadt sieht alles andere als einladend aus: Die Struktur des Hauptgebäudes aus Glas und roten Streben wirkt veraltet. Die angrenzenden Hallen sind kahl und einfach. Dahinter stehen ein paar riesige, bessere Bierzelte, in denen gerade die Aufbauarbeiten für die Heimausstatter- und Möbel-Messen „Maison & Objet“ und „Meubles“ laufen. Kein Prunk, kein Glanz.

Doch der erste Eindruck täuscht: Alles ist funktionell und vor allem möglichst groß. „Es ist nicht die Schönheit eines Messegeländes, die die Aussteller anzieht. Es sind die Größe, die Organisation und die Umgebung. Und da bietet Paris einiges mehr als zum Beispiel Hannover“, sagt Marc Garnier, Chef der Pariser Messen dem Handelsblatt.

Nach der Fusion der Betreiber der Pariser Messen, der Immobiliengesellschaft Unibail-Rodamco und der Pariser Industrie- und Handelskammer CCIP, ist der Pariser Platz mit rund 600 000 Quadratmeter Hallenfläche der größte der Welt. „Wir sind der Flugzeugträger unter den Messeplätzen. Keiner kann sich mit uns vergleichen. Die anderen müssen sich Sorgen machen“, sagt Garnier. Es gehe darum, Paris so zu stärken, dass sich der Messeplatz ein Stück vom deutschen Kuchen abschneiden könne.

Solch eine Kampfansage ausländischer Messegesellschaften ist neu. Der Vorsprung der Deutschen war bislang zu deutlich, die Vorbildfunktion zu stark. Das hat sich schlagartig gewandelt. Frankfurt wurde von Garnier mit der Fusion von Platz zwei der Hitliste der umsatzstärksten Messen der Welt verdrängt. Garnier will wieder Boden gutmachen, denn die französischen Standorte haben in den vergangenen Jahren einige internationale Ausstellungen verloren: So wanderte die Mobilfunk-Messe GSM von Cannes nach Barcelona ab. Die Messe für Maschinen der Textilindustrie, Itma, zog von Paris nach München. Jetzt will sich Garnier Ausstellungen zurückholen, „zum Beispiel die Möbelmesse aus Köln“.

Er rechnet allgemein mit einer Konsolidierung auf dem europäischen Markt. „In ein paar Jahren wird nicht mehr jedes Land seine Maschinenbau-Messe haben. Es wird eine geben für ganz Europa.“ Ausnahmen hierbei seien lediglich die Bereiche, in denen es in jedem Land einen starken nationalen Markt gibt, wie zum Beispiel im Bausektor.

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