Pariser Paläste
In Frankreich sind fünf Sterne zu wenig

Fünf Sterne? Das beeindruckt kaum noch jemanden. Das sah auch Frankreich so - und dachte sich mit dem "Palace" kurzerhand eine neue Hotelkategorie aus. Das "Le Bristol" darf sich als erstes dazu zählen.
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ParisDidier Le Calvez hat einen Blick für Details. „Da!“, ruft der kräftige Chef des Pariser Luxushotels Le Bristol und geht in die Hocke, „auch hier ist der Übergang nicht sauber verarbeitet.“ Er zeigt auf ein paar millimeterlange Fusseln, die – für das normale Auge kaum sichtbar – dort hervorluken, wo der Teppichboden des renovierten Zimmers auf den Läufer des Flurs trifft.

In den meisten Hotels der Welt würde niemand solche Mängel bemerken – im Pariser Le Bristol schon. Schließlich ist das traditionsreiche Haus kürzlich als erstes Hotel in Frankreichs neue Kategorie „Palace“ aufgenommen worden. „Das ist eine Auszeichnung für unsere Arbeit“, freut sich Le Calvez.

Alle 188 Zimmer und 87 Suiten des Hotels sind Unikate. In einer der frisch renovierten Suiten etwa stammen die Sessel, die mit einem leuchtend weiß-rosa Motivstoff überzogen sind, aus dem 18. Jahrhundert. Die Vorhänge sind farblich exakt abgestimmt. „Alle Räume werden von Maja Oetker persönlich eingerichtet“, erklärt Le Calvez.

Der Hintergrund: Das Le Bristol zählt seit 1978 zur kleinen, aber feinen Hotelgruppe, die der Bielefelder Familienkonzern sein Eigen nennt. In den vergangenen drei Jahren hat Oetker rund 100 Millionen Euro in die Renovierung und Erweiterung des Le Bristol gesteckt.

Der Lohn der Mühe ist nun die Aufnahme in die „Palace“-Kategorie, die oberhalb der „Fünf-Sterne“ rangieren soll. Mit der neuen Luxusklasse will Frankreich seine Top-Hotels „angesichts einer immer stärker werdenden Konkurrenz besser auf der internationalen Bühne herausstellen“, heißt es beim französischen Tourismusministerium.

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