Parmalat: Machtkampf bei Milchkonzern wird schärfer

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Machtkampf bei Milchkonzern wird schärfer

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MailandDer Machtkampf beim italienischen Milchkonzern Parmalat spitzt sich zu.

Auch nach dem Einstieg des französischen Milchindustriekonzerns Lactalis wollen drei ausländische Fonds Parmalat-Chef Enrico Bondi absetzen. Die Investmentfonds Mackenzie Financial Corp, Skagen AS und Zenit Asset Management AB sind fest dazu entschlossen, einen Richtungswechsel in der Führung Parmalats einzuleiten.

„Wir sehen keine Branchenkonvergenz mit Lactalis. Eine Allianz würde keinen Sinn ergeben. Entweder wir leiten den Konzern oder sie tun es“, sagte am Freitag Massimo Rossi, der nach dem Willen der Fonds neuer Chef bei Parmalat werden soll. Sie halten 15,2 Prozent der Anteile. Dies könnte ausreichen, um den Ton in dem Unternehmen mit der zersplitterten Eignerstruktur anzugeben.

Der neue Großaktionär Lactalis hat sich 11,4 Prozent an Parmalat gesichert. Die Fonds haben bereits eine Vorschlagsliste mit Kandidaten für den neuen Vorstand bei Parmalat vorgelegt. Dieser soll bei der Hauptversammlung am 14. April gewählt werden. Rossi war früher Chef des börsennotierten Stockholmer Industriekonzerns Swedish Match. Der 68-Jährige geht davon aus, dass er die Unterstützung von 20 bis 23 Prozent des Parmalat-Kapitals gewinnen könnte.

Lactalis wollte sich zu seinen Plänen nicht äußern. An Parmalat hält auch die Bank Intesa Sanpaolo rund zwei Prozent und hat ihre Unterstützung für Bondi signalisiert, der den Parmalat-Konzern nach der Pleite 2003 erfolgreich sanierte. Die Fonds hoffen nach der Auswechslung des Chefs, höhere Renditen erzielen zu können.

Parmalat war vor acht Jahren wegen Überschuldung zusammengebrochen. Der damalige Firmenchef Calisto Tanzi wurde wegen Insolvenzverschleppung und Betrugs zu 18 Jahren Haft verurteilt.

In Italien stoßen die Pläne der ausländischen Eigner auf Kritik. Der italienische Industrieminister Paolo Romani sprach sich deutlich für ein italienisches Konsortium für Parmalat aus. Zudem wurde der französische Botschafter in Italien zu einem Treffen mit Ministerpräsident Silvio Berlusconi über Parmalat eingebestellt, wie aus politischen Kreisen am Freitag verlautete.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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