Partner und Associates müssen gehen
Anwälte spüren die Krise

Die Wirtschaftskrise erreicht immer deutlicher die großen Anwaltssozietäten. In einer aktuellen Umfrage des Handelsblatt unter 50 Wirtschaftskanzleien in Deutschland gab jüngst jede zweite Partnerschaft an, in diesem Jahr mit eher stagnierenden oder gar rückläufigen Umsätzen zu kalkulieren. Dennoch gibt es auch Hoffnungszeichen.

FRANKFURT. "Wir konnten im letzten Geschäftsjahr nicht an unsere besonders guten Jahre mit zweistelligem Umsatzwachstum anschließen", sagte Hans-Josef Schneider, Managing Partner und Geschäftsführender Partner der deutschen Sozietät von Clifford Chance, vor Journalisten in Frankfurt.

Was so nüchtern klingt, ist de facto ein massiver Umsatzausfall für die über Jahre erfolgsverwöhnte Sozietät. Um immerhin 13 Prozent auf 196 Mio. Euro ist der Umsatz der deutschen Anwälte von Clifford zwischen Mai 2008 und April 2009 gefallen. Weltweit lag das Minus bei fünf Prozent auf umgerechnet 1,5 Mrd. Euro. Das Ergebnis je Partner brach sogar um 37 Prozent ein.

Bereits im Herbst hatte die Sozietät deshalb begonnen, mit Associates über ein Ausscheiden zu sprechen. Mittlerweile sind auch die Partner an der Reihe - "schmerzhafte aber notwendige Maßnahmen", wie Schneider sagt. Bei konkreten Personalzahlen hält sich die Clifford-Spitze bedeckt. Branchenkreisen sprechen davon, dass immerhin rund 15 Prozent der Partner und Associates gehen mussten oder noch müssen.

Clifford ist kein Einzelfall. Zwar konnte der Rivale Linklaters weltweit gerade einen leichten Umsatzzuwachs auf 1,54 Mrd. Euro melden. Doch der Gewinn vor Steuern ging um 8,9 Prozent auf 611 Mio. Euro deutlich zurück. Im Vergleich zu Clifford Chance ist Linklaters beim Ergebnis je Partner mit minus neun Prozent aber noch etwas besser davon gekommen. Bei Freshfields Bruckhaus Deringer konnte die Kennzahl sogar fast stabil gehalten werden.

Allerdings muss dabei berücksichtigt werden, dass viele Wettbewerber von Clifford bereits während der Boomjahre damit begonnen hatten, das Personal zu stutzen, Clifford diese Maßnahmen dagegen erst jetzt gestartet hat.

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