Partnerschaft mit Verlagen ermöglicht Expansion
Pin macht der Deutschen Post Dampf

Nach dem Einstieg der Verlage Georg von Holtzbrinck und Axel Springer will der Berliner Briefdienst Pin AG kräftig wachsen.

HB BERLIN. Pin wolle von einem rein regionalen Anbieter zu einem bundesweiten Konkurrenten der Deutschen Post werden, sagte Pin-Chef Bernhard Klapproth dem Handelsblatt. Pin stellt täglich 600 000 Sendungen von Großkunden zu und ist damit bereits einer der größten Konkurrenten der Post, die täglich allerdings 70 Millionen Briefe abfertigt.

Nach Berlin, Leipzig, Köln und Frankfurt hat Klapproth nun die Verlagsstandorte Stuttgart und Hamburg im Visier. Die mehrheitlich an Pin beteiligten Verlage sind die Türöffner für neue Großaufträge. Darin jedenfalls liegen für Klapproth die eigentlichen Synergien der Partnerschaft. Frisches Geld schießen die Verlage dem Vernehmen nach nicht zu. Verabschiedet hat sich Klapproth von der Idee, Zeitungen und Briefe gemeinsam zuzustellen. Man könne morgens um vier keine Briefe zustellen, meinte er. Dies müsse in einem zweiten Gang oder komplett parallel erfolgen.

Für die Zeitungs-Verlage ist das Briefgeschäft angesichts sinkender Auflagen und einbrechender Anzeigenmärkte eine zusätzliche Erlösquelle, so die Unternehmensberatung KPMG. Damit wollen sie die eigene Zustellorganisation besser auslasten. KPMG hält aber auf Dauer Kooperationen der Verlage für erforderlich, um der Post mit einem flächendeckenden Netz Paroli bieten zu können. Auch die Süddeutsche Zeitung und die WAZ-Gruppe bauen ein Briefgeschäft auf. Springer und Holtzbrinck haben sich dafür den Spezialisten Pin geholt.

Pin peilt 2005 einen Umsatzsprung von 35,5 auf mehr als 50,5 Mill. Euro an. 2006 sollen es mehr als 60 Mill. Euro werden. Die Belegschaft wird weiter aufgestockt, von 1 000 auf 1 400 allein in diesem Jahr. Seit Ende 2003 schreibt Pin schwarze Zahlen, wie Branchenexperten bestätigen. Die Deutsche Post setzt mit 127 000 Beschäftigten hier zu Lande 12,8 Mrd. Euro um bei einer Rendite vor Steuern von 17 Prozent. „Hier kämpft nicht David gegen Goliath, sondern Goliath gegen Mikrobe“, meint Post-Experte Horst Manner-Romberg von der Hamburger Unternehmensberatung MRU.

Pin jagt der Post bisher nur auf lukrativen Märkten Aufträge ab. Mit durchschnittlich gut 20 Prozent niedrigeren Preisen setzt Pin der Post heftig zu. Die hat bereits reagiert und gibt kostenlose Anzeigenblätter heraus. Durch hohe Rabatte versucht sie zudem, Großkunden an sich zu binden.

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