Passagier- und Frachtaufkommen im Mai gesteigert
Fraport schielt auf den Brüsseler Flughafen

Die Zahl der Fluggäste am Frankfurter Flughafen ist im Mai im Vergleich zum Vorjahr genau wie das Luftfrachtaufkommen deutlich gestiegen. Zudem will sich Fraport erstmals auch in Mitteleuropa an Flughäfen außerhalb Deutschlands beteiligen. Für die zum Verkauf stehenden Anteile am Brüsseler Flughafen Zaventem wurde bereits ein Angebot abgegeben.

HB FRANKFURT. „Wir haben gestern ein unverbindliches, indikatives Angebot für 70 % an der Betreibergesellschaft BIAC abgegeben“, sagte ein Fraport-Sprecher am Dienstag. Fraport werde für ein verbindliches Angebot noch ein Konsortium bilden, sagte der Sprecher. Einzelheiten dazu wollte er noch nicht nennen.

Fraport konkurriert in Brüssel unter anderem mit dem Amsterdamer Flughafenbetreiber Schiphol. Auch der hat am Dienstag ein Angebot für Zaventem bekannt gegeben, ebenfalls ohne Details zu nennen. Der belgische Staat, bisher mit knapp 64 % Mehrheitseigern in Zaventem, will künftig nur noch 30 % halten. Auch die privaten Eigner wollen sich aus dem Flughafen zurückziehen.

„Der Brüsseler Flughafen ist wegen seiner zentralen Lage in Mitteleuropa und am Hauptsitz der Europäischen Union strategisch sehr interessant“, sagte der Fraport-Sprecher. Das Unternehmen sehe die Beteiligung in erster Linie als Mittel, um in Zaventem konkrete Managementaufgaben zu übernehmen. Vor wenigen Wochen hatte Fraport bereits sein Interesse an der Mehrheit des indischen Flughafens Bombay signalisiert. Auch dort will sich in einem Konsortium engagieren.

Fraport-Chef Wilhelm Bender hatte Anfang Juni auf der Hauptversammlung die von einzelnen Aktionären oder auch Analysten mit Skepsis betrachtete Expansionsstrategie im Ausland gerechtfertigt. Fraport wolle sein Know-How gewinnbringend im Ausland verkaufen. Um Aufträge zum Betrieb von Terminals oder auch ganzer Flughäfen zu bekommen, werde in den meisten Fällen „ein begrenzter Kapitaleinsatz notwendig sein“, erklärte er.

Fraport hatte vor wenigen Jahren bei dem bislang aufwendigsten Auslandsprojekt am Flughafen Manila auf den Philippinen aufgrund später nicht eingehaltener Regierungszusagen inklusive Zinsen mehr als 300 Mill. € abschreiben müssen.

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