Passagierzahlen
Airlines: Bloß nicht zu stark streichen

In den Fliegern der Airlines herrscht derzeit gähnende Leere. Vor allem in der gewinnträchtigen Business-Class werden deutlich weniger Tickets verkauft. Firmen fliegen in der Krise lieber Economy oder gar nicht. Die Luftfahrtbranche hofft auf den Sommer - offenkundig vergeblich.

FRANKFURT. Die Hoffnung stirbt zuletzt. Das gilt auch für die weltweite Luftfahrtbranche. Mit dem Ende des Monats März beginnt hier das wichtige Sommergeschäft. Noch sind die Airlines hoffnungsfroh, planen nur kleinere Kapazitätsschnitte. Doch die Prognosen und Erwartungen der Flughäfen oder der Flugüberwachung zeigen: Auch der Sommer wird der Branche keine Erholung gönnen, es geht weiter bergab.

Die Sommersaison ist für die Fluggesellschaften und deren Bilanzen enorm wichtig. In der Zeit zwischen Frühjahr und Herbst wird in der Regel nicht nur deutlich mehr geflogen als in der kühlen Jahreszeit. Es ist traditionell auch die Periode, in der die Luftfahrtunternehmen das meiste Geld einfliegen. Angesichts dessen tun sich viele Anbieter derzeit noch schwer mit drastischen Kapazitätskürzungen. Zudem droht die Gefahr, dass sich Rivalen die dann freiwerdenden Verkehrsrechte dauerhaft schnappen.

Noch am stärksten greift Air France-KLM, Branchenprimus in Europa, zum Rotstift. Die Airline hat ihr Angebot für die Sommermonate um 3,4 Prozent nach unten gefahren. Dabei sind die Lang- und die Mittelstrecke in gleichem Maße von den Kürzungen betroffen. Der Rivale British Airways wird die Kapazitäten um rund zwei Prozent reduzieren.

Nach wie vor recht zuversichtlich ist dagegen Lufthansa. Der Kranich hat sein Angebot gerade einmal um 0,5 Prozent beschnitten. Allerdings sind einzelne Bereiche weitaus stärker betroffen, etwa das Europa-Geschäft mit minus 2,2 Prozent sowie die Flüge ab Frankfurt mit minus 1,7 Prozent. Dagegen geht Air Berlin mit einem um drei Prozent reduzierten Sitzplatzangebot ins Rennen, kalkuliert aber bei der Passagierzahl bereits mit einem Rückgang um vier bis fünf Prozent.

Trotz dieser Kürzungen: Die Planung der großen Carrier sind ambitiös und könnten schon bald überholt sein.Schon der Jahresauftakt war alles andere als gut. Nach Berechnungen des Weltluftfahrtverbands IATA hat sich der Einbruch im weltweiten Passagiergeschäft zuletzt noch beschleunigt, von minus 5,6 Prozent im Januar auf minus 10,1 Prozent im Februar. Auch bei der Fracht geht es weiter bergab. Schlug schon im Januar ein Rückgang um 23,2 Prozent zu Buche, waren es im Februar nochmal 22,1 Prozent.

Entsprechend skeptisch ist die Deutsche Flugsicherung (DFS) für die kommenden Monate. Seit Jahresanfang registrierte sie im deutschen Luftraum immerhin zehn Prozent weniger Flugbewegungen. Dieter Kaden, der Geschäftsführer der DFS, ist sich relativ sicher, dass das längst noch nicht alles war. „Ich glaube, das ist noch nicht der Bodensatz. Ich hoffe, dass der Rückgang nicht noch zweistellig wird“, warnt er vor allzu großen Hoffnungen auf bessere Zeiten im Sommer.

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