Payback gegen Shopkick

Ärger im Bonusparadies

Der Payback-Konkurrent Shopkick sorgt für Unmut im Handel: Die Bonus-App vergibt Prämien neuerdings auch, wenn Läden gar keine Partner des US-Anbieters sind. Nicht-Partner wie Rewe und Aral reagieren empört.
App statt Karte: Mit seiner Prämien-App macht der Anbieter Shopkick Payback & Co. Konkurrenz. Quelle: dpa
Bonuskarten

App statt Karte: Mit seiner Prämien-App macht der Anbieter Shopkick Payback & Co. Konkurrenz.

(Foto: dpa)

HamburgDie Frage nach einer Bonus-Karte gehört inzwischen an der Kasse der meisten Händler zum guten Ton. Ob Payback-Karte, Deutschland-Card oder eigene Treue-Sterne: Kundenbindung gehört zu den obersten Prioritäten der Handels-Manager. Umso übler stößt es einigen auf, dass nun ein Newcomer dazwischenfunkt - mit einer dreisten Aktion: Shopkick kapert Läden großer Ketten - ohne dass diese etwas davon wissen.

Die App Shopkick schreibt Nutzer im Gegensatz zu Systemen wie Payback bereits beim Betreten eines Ladens Punkte gut. Damit lockt sie in den USA bereits Millionen Kunden in die Läden ihrer Handelspartner, die dafür bezahlen. Seit einem Jahr ist Shopkick – in Kalifonien von dem Deutschen Cyriac Röding gegründet – auch in Deutschland aktiv. Partner sind etwa Douglas, Obi und Saturn. Betritt ein Nutzer mit eingeschaltetem Smartphone einen dieser Läden, schreibt die App ihm sogenannte „Kicks“ im Gegenwert von fünf bis 20 Cent gut, die er durch Gutscheine einlösen kann.

1,6 Millionen mal wurde die App laut Shopkick in Deutschland heruntergeladen. Allerdings: Der Anbieter verzeichnete damit in einem Jahr nur 3,5 Millionen Ladenbesuche – das heißt, jeder deutsche Nutzer betrat im Schnitt weniger als zwei Mal einen Laden mit der App. Diese niedrige Zahl könnte auch an der begrenzten Zahl der Partner liegen. Nutzer vergessen die App nach der Installation möglicherweise schnell wieder.

Dagegen soll nun wohl die Guerilla-Aktion wirken: Ohne vorher mit Unternehmen wie Rewe oder Aral zu sprechen, fügte Shopkick einfach weitere Läden hinzu.

Per GPS erkennt das Smartphone, wenn ein Nutzer in der Nähe einer dieser Läden ist – und vergibt Punkte. Dabei funktioniert das System bei den wild hinzugefügten Läden weniger präzise als bei den offiziellen Partnern, die ihre Läden mit speziellen Sendern ausstatten müssen, wie das Fachmagazin „Location Insider“ herausgefunden hat.

Für die betroffenen Händler ist das ein Ärgernis – gerät doch Shopkick in Konkurrenz zu den eigenen Kundenprogrammen. „Das ist nicht mit uns abgesprochen. Das ist nicht okay so. Unser Partner in dem Bereich ist Payback“, sagte ein Rewe-Sprecher dem Handelsblatt. Rewe sei von der Aktion überrascht worden. Brisant: Eigentlich ist die Kölner Handelsgruppe bereits Partner von Shopkick – allerdings bewusst nur mit ihrem Billig-Ableger Penny. In den Rewe-Supermärkten hat der Händler mit großem Aufwand vor zwei Jahren Payback eingeführt und will von Shopkick nichts wissen.

Das sind die Discounter der Zukunft
Lidl mit neuem Filialkonzept
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In Verona in Norditalien betreibt Lidl zwei Filialen, die zum Vorbild für neue Märkte auch in Deutschland werden sollen. Lidl-Chef Sven Seidel betonte im Handelsblatt-Interview, dass das Unternehmen sehr viel von den Erfahrungen im Ausland lernen kann: „Die Innovation kommt daher, dass sich die Zentrale mit den Ländern reibt und die Essenz dessen, was an neuen Erfahrungen gesammelt wird, für das gesamte Unternehmen nutzbar macht.“

Der Eingang
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Allein schon auf der Fläche des großzügigen Eingangsbereichs der italienischen Pilot-Märkte hätte man früher fast einen gesamten Discounter gebaut.

Der Verkaufsraum
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Breite Gänge, der Verzicht auf die abgehängte Decke, warme Farbtöne: In der Filiale will Lidl den Kunden künftig ein „großzügiges Raumgefühl“ geben. Das ist in deutschen Märkten meist noch anders. „Wenn Sie sich so manche Filialen älteren Baujahrs anschauen, dann ist vielerorts schon alles sehr kleinteilig“, räumt auch Lidl-Chef Seidel ein.

Die Präsentation
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Auch bei der Präsentation der Waren erinnert nicht mehr viel an alte Zeiten, wo Artikel in Kartons auf Paletten standen. Die Kunden erwarten bald noch mehr Markenartikel und hochwertige Frischwaren. Trotzdem wird die Zahl der Artikel auch in Zukunft deutlich unter der der Supermärkte liegen.

Die Backstationen
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Noch mehr Wert wird künftig auf frische Backwaren gelegt. Nur die Bedientheken wird man auch in Zukunft in einem Lidl vergeblich suchen. In irgendeiner Form muss sich Discount ja noch vom Supermarkt unterscheiden.

Die Kunden-WC
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Eine überraschende Neuerung: Bei Neu- und größeren Umbauten will Lidl bald auch in deutschen Märkten Toiletten für Kunden anbieten.

Die Wickeltische
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Erleichterung für junge Mütter und Väter: Sogar einen Wickeltisch für die jüngsten Kunden soll es in Zukunft im Discounter geben.

Per App durch den Laden
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