Persil-Hersteller
Henkel spürt den China-Effekt

Henkel hat im vergangenen Quartal satte Zuwächse bei Umsatz und Gewinn verbucht. Trotzdem strafen die Anleger den Konzern wegen der China-Sorgen ab. Henke-Chef Rorsted lässt sich davon aber nicht beirren.
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DüsseldorfDer stark in China engagierte Konsumgüterkonzern Henkel bleibt trotz der schwächelnden Wirtschaft in der Volksrepublik gelassen. „China bleibt Motor der Weltwirtschaft“, sagte Henkel-Chef Kasper Rorsted am Mittwoch.

Doch die Anleger reagierten weniger ruhig und kehrten Henkel-Aktien in Scharen den Rücken. Mit einem satten Minus von über sieben Prozent waren die Anteilsscheine bis zum Mittag größter Verlierer im Dax – obwohl Henkel im Quartal zweistellige Zuwachsraten bei Umsatz und Gewinn ausweisen konnte. Rorsted sprach mit Blick auf den Kurs von einem „China-Effekt“. Doch auch mit der Entwicklung der wichtigen Klebstoff-Geschäfte konnte er nicht zufrieden sein.

Henkel fährt in China rund neun Prozent seines Umsatzes ein, das Land ist der drittgrößte Einzelmarkt für die Düsseldorfer. Im Kosmetik-Geschäft weist Henkel dort zweistellige Zuwachsraten auf, das Geschäft mit der Industrie lahmt indes, räumte Rorsted ein. Dies sei aber kein hausgemachtes Problem, Henkel verliere keine Marktanteile. Vielmehr sei das eine allgemeine Entwicklung, unterstrich er: „Das Wachstum Chinas ist offenbar kein Selbstläufer mehr.“ Jüngste Zahlen des Statistikamtes belegen, dass sich etwa das Wachstum der Industrieproduktion in dem Riesenreich im Juli verlangsamt hatte. Henkel steht in China aber nicht allein - auch Konkurrent Beiersdorf ist dort ebenso wie zahlreiche andere Konkurrenten engagiert.

Henkel bekam dies auch in der Klebstoffsparte zu spüren, die etwa die Computer- oder Autoindustrie beliefert. Auch bei Verpackungsklebstoffen lief es nicht rund. Ohne Währungseffekte und Zukäufe legte der Umsatz der mit Abstand größten Sparte um 1,7 Prozent zu und blieb damit „unter unseren Erwartungen“, räumte Rorsted ein. Für das Gesamtjahr hat er ein organisches Umsatzwachstum der Sparte zwischen drei und fünf Prozent in Aussicht gestellt.

Insgesamt erzielte Henkel aber ein deutliches Umsatz- und Gewinnplus. Vor allem die Waschmittelsparte konnte im zweiten Quartal deutlich zulegen. Und auch im lange krisengeschüttelten Südeuropa konnten die Rheinländer wieder wachsen. „In einem weiterhin herausfordernden Marktumfeld verzeichnete Henkel im zweiten Quartal eine insgesamt gute Geschäftsentwicklung“, bilanzierte der gebürtige Däne. Der Umsatz kletterte um 13,5 Prozent auf 4,7 Milliarden Euro. Dabei halfen die Zukäufe aus dem vergangenen Jahr und der starke US-Dollar, denn der Konzern produziert auch in Nordamerika. Der bereinigte operative Ertrag (Ebit) legte um 14 Prozent auf 768 Millionen Euro zu.

Seine Jahresziele bekräftigte Rorsted – auch wenn er weiter von einem „schwierigen wirtschaftlichen Umfeld“ ausgehe. Zudem könne Henkel das Ziel, bis Ende 2016 einen Umsatz von 20 Milliarden Umsatz zu erreichen, aus eigener Kraft und ohne große Übernahmen schaffen. Zukäufe seien aber auch möglich. Dafür könne das Unternehmen fünf Milliarden Euro ausgeben, ohne sein Rating zu gefährden.

In einem wichtigen Übernahmepoker hatte Henkel aber jüngst eine Schlappe hinnehmen müssen. Im Rennen um den Haarpflegehersteller Wella zogen die Düsseldorfer den Kürzeren, der US-Parfümhersteller Coty erhielt den Zuschlag für die Tochter des US-Branchenprimus Procter & Gamble.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Die Klebstoffsparte für Verpackungen steht unter Konkurrenzdruck, auch weil es viele Anbieter gibt. Anders sind es in der Klebstoffsparte für den Bereich Metallbau (Kfz., Flugzeuge) aus die durch Innovationen getrieben sind. Henkel könnte diese Sparte z.B. durch den Kauf eines größeren Unternehmens aus der Bauchemie stärken.

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