Personalchaos am BER
Mehdorns Hoffnungsträger im Korruptionssumpf

Das Chaos am BER ist perfekt: Die Baustelle wird immer teurer und nun verliert Flughafenchef Mehdorn auch noch seinen Technikchef. Die Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen aufgenommen. Der Vorwurf: Bestechlichkeit.
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Neuruppin/SchönefeldEs sollte die Krönung seiner langen Karriere werden, doch sein Job als Chef des neuen Hauptstadtflughafens wird für Hartmut Mehdorn zum Waterloo. Eigentlich sollte der ehemalige Bahnchef das Chaos auf der Langzeitbaustelle beenden. Doch unter seiner Führung wird das Chaos nur noch größer. Es zeichnet sich ab, dass der Flughafen weitere Finanzspritzen braucht. Und nun geht Mehdorn auch noch sein Hoffnungsträger von der Stange.

Jochen Großmann, BER-Technikchef, steht unter Korruptionsverdacht und ist deswegen sogar beurlaubt worden. Die Ermittler haben Großmann bereits im Visier: Man werte das sichergestellte Beweismaterial aus, verkündete der Neuruppiner Staatsanwalt Frank Winter im RBB-Rundfunk. Gegen den Technikchef wird wegen Bestechlichkeit ermittelt. Öffentlich will sich Großmann nicht zu den Vorwürfen äußern. Doch das Desaster ist bereits perfekt – und eine Blamage für Mehdorn.

Großmann ist derjenige, der die Probleme mit der Entrauchungsanlage an dem Airport in Berlin-Schönefeld lösen sollte. Trotz der Vorwürfe hält Mehdorn an dessen Plänen für den Umbau im Terminal fest. „Wir werden auch in neuer personeller Zusammensetzung den beschrittenen Weg weitergehen“, teilte Mehdorn am Mittwoch in Schönefeld mit, ohne Großmanns Namen zu nennen. Die Auswirkungen auf das Projekt sollten so gering wie möglich gehalten werden. „Es steht und fällt nicht mit einem einzelnen Mitarbeiter.“

Mehdorn widersprach damit Forderungen, Großmanns Lösung für die Entrauchungsanlage auf den Prüfstand zu stellen. Zuvor hatte Mehdorn den Ingenieur beurlaubt, Großmann mit der fristlosen Kündigung rechnen. Seine Aufgaben übernimmt vorübergehend der Oberbauleiter Frank Röbbelen. Mehdorn betonte, der Flughafen verfolge beim Korruptionsfällen eine „Null-Toleranz-Linie“. Das Vergaberegelwerk sei in Ordnung, die Mechanismen hätten gegriffen. „Gegen kriminelle Energie Einzelner sind wir jedoch nicht gefeit“, so der Flughafen-Chef.

„Nach unserem bisherigen Erkenntnisstand geht es um rund eine halbe Million Euro Bestechungsgeld“, hatte Mehdorn zuvor erklärt. Die Flughafengesellschaft machte den Fall am Dienstag publik, ohne Großmanns Namen zu nennen. Auch die Staatsanwaltschaft Neuruppin hielt sich beim Namen zunächst bedeckt.

Der Verdächtige sei für die Auftragsvergabe für den neuen Hauptstadtflughafen zuständig gewesen und soll von einem Auftragnehmer Vorteile gefordert haben, teilte das Unternehmen mit. Staatsanwalt Winter sprach von einem „klassischen Modell von Bestechlichkeit im geschäftlichen Verkehr“. Bisher gebe es keine Hinweise auf weitere Korruptionsfälle beim Flughafen. Laut Mehdorn hat sich der Verdacht „nach einem Gespräch mit dem Repräsentanten eines im Bereich der technischen Planung tätigen internationalen Unternehmens ergeben“. Die Flughafengesellschaft habe abgewartet, „ob die Staatsanwaltschaft einen Anfangsverdacht bestätigen würde“. Nach den Durchsuchungen werde das Unternehmen nun „gegen die Beteiligten entsprechende Konsequenzen ziehen“.

Kommentare zu " Personalchaos am BER: Mehdorns Hoffnungsträger im Korruptionssumpf"

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  • Wenn die Vorwürfe zutreffen, warum wird das/die Unternehmen nicht wirksam, ich meine wirklich wirksam bestraft und auch öffentlich genannt ???

    Bei diesen halbseidenen Typen, muss konsequent und mit aller härte vorgegangen werden !

    Ein Verbrechen an den Steuerzahler !

  • Wo Mehdorn ist ist Sumpf, aber Gott sei Dank kann Mehdorn nicht überall sein

  • Zitat : Der Leiter Technik des BER: Jochen Großmann steht unter Korruptionsverdacht

    - bei diesem Chaosprojekt werden sich Einige saniert haben : Wowereit, Platzek, das ganze Projektmanagement.

    Es wundert einen nur, dass bis jetzt dort noch keiner hingeschaut hat !

    Eine Kraehe pickt der anderen Kraehe wohl nicht die Augen aus !

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