Personaldienstleister
Adecco-Angebot für DIS abgelehnt

Die Zeitarbeitsfirma Adecco stößt bei der geplanten Übernahme des Düsseldorfer Konkurrenten DIS auf Widerstand. Die beiden nächstgrößeren DIS-Anteilseigner lehnen das Angebot ab, der Schweizer Personaldienstleister will seine Offerte aber nicht erhöhen.

HB DÜSSELDORF/ZüRICH. „Der angekündigte Preis spiegelt nicht den wahren Wert des Unternehmens wider“, begründete Voith am Montag in Heidenheim die Ablehnung des Angebots über 54,50 Euro je Aktie. DIS habe außerordentliche Wachstumsperspektiven, daher habe Voith sein Aktienpaket bis auf 29,5 Prozent von 25,6 Prozent aufgestockt. Der Anlagenbauer warf den DIS-Vorständen Dieter Scheiff und Dominik de Daniel „gravierende Interessenkonflikte“ bei der geplanten Übernahme vor. Scheiff und de Daniel sollen nach der Übernahme die Führung von Adecco übernehmen.

Jupiter-Asset-Management-Manager Alex Darwell sagte der Nachrichtenagentur Reuters: „Zu diesem Preis werde ich nicht verkaufen.“ Es habe bislang kein angemessenes Gebot und keinen angemessenen Preis gegeben. Erst wenn sich dies ändere, werde der Fonds entscheiden, ob er sich von seinen Anteilen trennen werde oder nicht. Jupiter Asset Management hält Darwell zufolge rund acht Prozent an DIS. Damit hat Adecco eine Ablehnungsfront von mehr als 37 Prozent gegen sich; die Schweizer hatten ihre Beteiligung an DIS zuletzt bis auf 39 Prozent aufgestockt.

Voith kritisierte, dass die DIS-Vorstände das Kaufangebot aus der Schweiz vorschnell begrüßt und als attraktiv bezeichnet hätten. „Und dies, obwohl der genannte Preis gegenüber dem Schlusskurs des letzten Handelstages vor der Bekanntgabe lediglich einen Aufschlag von 7,4 Prozent darstellt“, monierte der Hersteller von Papiermaschinen und Turbinen. Voith erwarte, dass der Vorstand „seinen vertraglichen und aktienrechtlichen Pflichten künftig in vollem Umfang nachkommt“. Mit Adecco werde Voith bis auf weiteres keine Gespräche führen.

DIS-Finanzvorstand de Daniel wies die Vorwürfe zurück und sagte: „Wir stehen zu unserer Einschätzung“. Im Aktienkurs der DIS seien die Wachstumschancen bereits eingepreist. „Daher ist das Angebot fair und attraktiv.“

Adecco-Großaktionär Klaus Jacobs hatte nach dem Rücktritt von Vorstandschef Jerome Caille im November eine neue Führung für Adecco gesucht. Jacobs hat den Chefposten vorübergehend selbst übernommen.

An der Börse legten DIS-Aktien um 1,5 Prozent auf 56,05 Euro zu und markierten ein Allzeithoch. Adecco-Papiere notierten mit einem Plus von 2,2 Prozent bei 73 Schweizer Franken.

Ein Adecco-Sprecher erklärte nach der Absage von Voith: „Wir wollen das Angebot nicht erhöhen. Wir können auch gut mit einem Minderheitsaktionär leben.“ Die Übernahme laufe wie geplant. Adecco rechne damit, dass das Angebot an die Publikumsaktionäre nach der Genehmigung durch die deutsche Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) wie geplant Anfang Februar abgegeben werden könne.

Adecco will mit DIS zur Nummer zwei in Deutschland hinter Marktführer Randstad aufsteigen und hat für DIS 636 Mill. Euro geboten. Der Dienstleister hatte sich in einem ersten Schritt 29 Prozent an DIS von der Großaktionärsfamilie Paulmann gesichert. Den restlichen Aktionären will Adecco den gleichen Preis zahlen.

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