Personaldienstleister
Randstad rechnet mit langem Boom

Der Personaldienstleister Randstad sieht die Zeitarbeit in Deutschland weiter auf dem Vormarsch. Die größte Zeitarbeitsfirma in Deutschland, die in den vergangenen Jahren kräftig gewachsen ist, bildet neue Mitarbeiter häufig selbst aus. Doch nicht Aufträge sind das Problem - qualifizierte Mitarbeiter sind Mangelware.

fas/jojo MÜNCHEN. "Die Nachfrage nach unseren Angeboten ist extrem hoch", sagte Deutschland-Chef Eckard Gatzke vor dem Club Wirtschaftspresse München. "Zeitarbeit ist in der Industrie in den vergangenen Jahren eines der wichtigsten Instrumente geworden, um flexibel zu sein", betonte der Manager.

Randstad, in Deutschland die Nummer eins der Branche, ist in den vergangenen Jahren kräftig gewachsen. Arbeiteten 2005 in Deutschland noch etwas über 30  00 Menschen für Randstad, so sind es heute bereits mehr als 60  000. In den vergangenen drei Jahren kletterte der Umsatz von etwa 850 Mill. Euro auf 1,6 Mrd. Euro. Angaben zum Gewinn in Deutschland machte Gatzke nicht.

Weltweit erwirtschaftete Randstad vergangenes Jahr einen Umsatz von 9,2 Mrd. Euro, ein Plus von zwölf Prozent im Vergleich zu 2006. Der Gewinn lag mit 385 Mill. Euro um sieben Prozent über dem Vorjahr.

Doch nicht nur Randstad wächst rasant. 14,6 Mrd. Euro setzten die rund 6 000 Personaldienstleister im vergangenen Jahr in Deutschland nach Berechnungen der Unternehmensberatung Lünendonk um. Das waren 25 Prozent mehr als 2006.

Die Branche bekommt seit Jahren Rückenwind durch den Wirtschaftsaufschwung, aber auch aufgrund einer Gesetzesänderung. Die rot-grüne Bundesregierung erklärte 2004 Zeitarbeit zum Mittel der Arbeitsmarktpolitik. Seitdem dürfen Unternehmen Zeitarbeiter länger als ein Jahr im Betrieb halten. Fast alle deutschen Großunternehmen machen davon Gebrauch.

Dennoch bleibt Deutschland unter dem europäischen Schnitt. Während hier nur 1,3 Prozent der Beschäftigten bei Personaldienstleistern angestellt sind, liegt der EU-Durchschnitt bei 1,8 Prozent. Großbritannien ist mit 4,1 Prozent der Spitzenreiter.

Randstad bietet Personal vom Hilfsarbeiter über die Sekretärin bis hin zum Ingenieur. Die meisten Randstad-Beschäftigten waren zuvor entweder arbeitslos oder sind Berufseinsteiger. Randstad stellt die Mitarbeiter in der Regel fest an und sucht dann Aufträge.

Nicht immer geht das gut: So waren 500 Randstad-Mitarbeiter im Nokia-Werk Bochum über Nacht ohne Beschäftigung, als der Handykonzern die Fabrik jüngst geschlossen hat. Fast alle Beschäftigten seien vermittelt worden, entlassen worden sei keiner, so Gatzke. Diese Blöße wollte sich Randstad auch nicht geben: Nokia Bochum ist für Randstad auch eine Imagefrage.

Denn der Konzern sucht händeringend neue Leute. "Nicht Aufträge sind unser Problem, sondern qualifizierte Mitarbeiter", klagte Gatzke. Immer häufiger komme es vor, dass Unternehmen die Beschäftigten der Personaldienstleister abwerben. "Je besser wir unseren Job machen, desto größer werden unsere Probleme." Randstad müsse nun stärker in Vorleistung gehen und die Leute selbst ausbilden, ehe sie bei Kunden eingesetzt werden.

Randstad sieht sich seit der Übernahme des Konkurrenten Vedior in diesem Frühjahr weltweit als Nummer zwei der Branche. Marktführer ist Adecco. In Deutschland führt Randstad vor Manpower.

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