Pharma- und Medizintechnik
Johnson & Johnson hält an Ausblick fest

Ein starker Dollar, zurückhaltende Kunden und Nachahmerprodukte - der Pharma- und Medizintechnikhersteller Johnson & Johnson gerät von allen Seiten unter Druck. Trotzdem denkt der amerikanische Konzern nicht daran, den eigenen Ausblick zu kassieren.

FRANKFURT.Der US-amerikanische Pharma- und Konsumgüterkonzern Johnson & Johnson hat im ersten Quartal vor allem wegen des wiedererstarkten Dollars deutlich an Umsatz verloren, hält seine Gewinnprognose für das laufende Jahr aber aufrecht. Erreicht werden soll das auch durch Einsparungen: Johnson & Johnson hatte in der vergangenen Woche angekündigt, in der Pharmasparte rund 900 Stellen zu streichen. Weltweit beschäftigt das Unternehmen rund 119 000 Mitarbeiter.

An der Börse in New York kam die Bestätigung der Gewinnprognose gut an: Die Aktie stieg nach Eröffnung um zwei Prozent auf 52,20 Dollar. Johnson & Johnson ist der erste unter den großen Pharma- und Medizintechnikkonzernen, der die Zahlen für das abgelaufene erste Quartal 2009 vorlegt. Mit 15 Mrd. Dollar hat das in New Brunswick ansässige Unternehmen rund sieben Prozent weniger Umsatz erzielt, wobei nach Firmenangaben etwa sechs Prozent des Rückgangs dem Währungseffekt geschuldet sind. Im schwachen amerikanischen Markt blieben die Umsätze um fünf Prozent hinter dem Vorjahreswert zurück, international sind sie – Währungseffekte ausgenommen – gestiegen. Der Nettogewinn sank um 2,5 Prozent auf 3,5 Mrd. Dollar.

Johnson & Johnson, zu dem unter anderen die Hautpflegemarken Penaten und Neutrogena gehören, wird zum einen im Konsumgeschäft von der weltweit gesunkenen Nachfrage getroffen. Zum anderen leidet die größte Sparte des Konzerns, das Pharmageschäft, unter der Konkurrenz billiger Nachahmermedizin. Hier brach der Umsatz um zehn Prozent auf 5,8 Mrd. Dollar ein. Einstige Verkaufsschlager wie das Schizophrenieprodukt Risperdal oder das Magenmittel Aciphex haben erneut hoch zweistellig an Umsatz verloren.

Auf der anderen Seite setzt dem Unternehmen bei dem Anämie-Präparat Procrit der Preisverfall bei Epo-Medikamenten zu. Neue Hoffnungsträger wie das HIV-Mittel Prezista und das neue Schizophrenie-Medikament Invega wachsen zwar rasant, können aber mit Umsätzen von 122 und 91 Mio. Dollar im ersten Quartal die Umsatzverluste der großen Medikamente nicht ausgleichen.

Mit diesem Problem steht Johnson & Johnson nicht alleine dar: Viele der großen Pharmakonzerne kämpfen derzeit mit Umsatzzeinbrüchen bei Medikamenten, deren Patentschutz ausgelaufen ist. Auf der anderen Seite haben sie nicht ausreichend Produktnachschub, um die Rückgänge zu kompensieren. Viele Firmen bauen deshalb wie Johnson & Johnson im Pharmageschäft Stellen ab.

In der Medizintechnik, der nach dem Pharmageschäft zweitgrößten Sparte des Unternehmen, sank der Umsatz um rund 2,9 Prozent auf 5,5 Mrd. Dollar Umsatz. Das Angebot reicht hier von orthopädischen Produkten über Implantate bis hin zu diagnostischen Geräten.

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