Pharmabranche
Celesio auf Abschreibtour

Der Pharmahändler Celesio muss auf breiter Bank Firmenwerte im Apothekengeschäft berichtigen – und zwar in dreistelliger Millionenhöhe. Auf der anderen Seite will Celesio die Ertragsziele fürs vergangene Jahr erreicht haben.

HB STUTTGART. Europas größter Pharmahändler Celesio hat wegen der unsicheren Wirtschaftslage Firmenwerte im ausländischen Apothekengeschäft berichtigt. Außerplanmäßig schreibe Celesio insgesamt 287 Mio. Euro in den Niederlanden, Belgien, Irland und Italien ab, teilte die mehrheitlich zum Haniel-Konzern gehörende Gesellschaft in Stuttgart mit. Die Wertberichtigung werde 2008 wirksam. Die betroffenen Apotheken stünden für rund ein Fünftel des gesamten Apothekenumsatzes von rund 3,6 Mrd. Euro. Insgesamt machten die Firmenwertabschreibungen elf Prozent der Geschäfts- und Firmenwerte von Celesio aus.

Des Weiteren teilte Celesio mit, dass der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA), wie bereits Mitte Dezember angekündigt, im Schlussquartal 2008 deutlich über dem Ergebnis des dritten Quartals liege. Die Ertragsziele für das Gesamtjahr habe das Unternehmen erreicht. Celesio ging für 2008 von einem EBITDA deutlich unter dem Vorjahreswert von 842,5 Mio. Euro aus. Zum laufenden Geschäftsjahr sagte Unternehmenschef Fritz Oesterle: „Wir blicken mit relativem Optimismus auf die operative Geschäftsentwicklung des neuen Jahres.“ Die Abschreibung wirke sich nicht auf die Liquidität von Celesio aus, und daher werde die Dividendenempfehlung davon unberührt bleiben.

Die Aktie legte nach rund einer Handelsstunde um 1,33 Prozent auf 16,73 Euro zu und entwickelte sich damit besser als der Gesamtmarkt.

Bereits Mitte Dezember hatte Unternehmenschef Fritz Oesterle eingeräumt, dass auch Celesio den weltweiten Konjunkturabschwung zu spüren bekäme. Die Krise wirke sich unmittelbar den Verkauf von hochwertigeren Kosmetika oder Nahrungsergänzungsmitteln in den Apotheken aus, sagte damals der Celesio-Chef. Dies mache aber nur ein Bruchteil vom Celesio-Geschäft aus. Vielmehr verwies er auf die Folgen einer möglichen anhaltenden Krise hin: Sie könne zu weniger Verschreibungen von Arzneimitteln und Sparmaßnahmen im Gesundheitssektor führen.

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