Pharmagroßhändler
Celesio mit deutlichen Ergebnisrückgängen

Europas größter Pharmahändler Celesio hat im Gesamtjahr 2008 deutlich weniger verdient. Hauptgrund dafür seien staatliche Preiseingriffe in Großbritannien gewesen.

HB STUTTGART. Niedrigere Arzneimittelpreise in Großbritannien sowie ein schwaches britisches Pfund haben im abgelaufenen Geschäftsjahr deutliche Spuren bei Europas größtem Pharmahändler Celesio hinterlassen. Die Ergebnisse brachen bei einem leicht rückläufigen Umsatz ein. Auch für das laufende Geschäftsjahr werde weiterhin mit Belastungen aus Großbritannien sowie aus neuen staatlichen Maßnahmen gerechnet, sagte Unternehmenschef Fritz Oesterle am Donnerstag in Stuttgart. Daher würden Umsatz und Ergebnis im ersten Quartal unter dem Vorjahreszeitraum liegen.

Für das Gesamtjahr 2009 geht Oesterle von einem Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) unter dem Vorjahresniveau aus. Ohne negative Effekte könnte ein Ergebnis auf Vorjahreshöhe erreicht werden. Wegen den geringen Wachstumsraten in den Pharmamärkten gehe Celesio kurzfristig von keinen sprunghaften Ergebnisausschlägen für das eigene Geschäft aus. Mittelfristig will das mehrheitlich zum Haniel-Konzern gehörende Unternehmen aber sowohl organisch als auch über Zukäufe wachsen. Für 2015 peilt Celesio ein EBITDA von mehr als einer Milliarde Euro an. Die Aktie gab bis zum Mittag um 3,35 Prozent auf 14,44 Euro aus.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr sank der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) um 22 Prozent auf 657,3 Mio. Euro. Dazu trugen jeweils zur Hälfte der Großhandel und das Geschäft mit den Apotheken bei. Der um Sondereffekte bereinigte Vorsteuergewinn ging um 32,3 Mio. Euro auf 412,2 Mio. Euro zurück. Unter dem Strich blieb ein bereinigtes Konzernergebnis von 268,5 (Vorjahr: 435,4) Mio. Euro. Inklusive Sondereffekte machte Celesio im Gesamtjahr sogar einen Verlust von 18,5 Mio. Euro.

Bereit im Februar hatte Celesio überraschend wegen der unsicheren Wirtschaftslage Abschreibungen in Höhe von 287 Mio. Euro im Apothekengeschäft vorgenommen. Der Umsatz nahm um 2,3 Prozent auf 21,83 Mrd. Euro ab. Die Dividende für 2008 streicht Celesio auf 0,48 (Vorjahr: 0,77) Euro je Aktie zusammen.

Celesio baut seine Sparte „Manufacturer Solutions“ - Dienstleistungen für die Pharmaindustrie - aus. Mit dem Kauf von Dirk Raes trete die Celesio-Tochter Movianto in den Markt der Kühlkettenlogistik für Arzneimittel in den Benelux-Ländern ein, teilte Celesio mit. Dirk Raes habe 2007 mit 65 Mitarbeitern einen Umsatz im hohen einstelligen Millionen-Euro-Bereich erwirtschaftet. Gleichzeitig stockten die Stuttgarter ihren Anteil an pharmexx von 30 auf 65 Prozent auf. Pharmexx setzte 2008 nach vorläufigen Zahlen 269 Mio. Euro um. Weitere Details zum finanziellen Teil der Geschäfte wurden nicht gemacht.

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