Pharmahändler
Celesio kehrt zur Liebe zu Apotheken zurück

Celesio entdeckt die Apotheken wieder. Mit dem Kerngeschäft will der Pharmahändler wieder profitabler werden. Andere Bereiche stehen darum zum Verkauf. Hinzu kommt eine wichtige Entscheidung für die Schwellenländer.
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FrankfurtDer Chef des Stuttgarter Pharmahändlers Celesio verspricht seinen Aktionären nach mehreren schwachen Jahren wieder bessere Zeiten. „Wir wollen die langjährige negative Entwicklung so schnell wie möglich stoppen“, sagte Konzernchef Markus Pinger auf der Hauptversammlung in Stuttgart laut Redetext.

Pinger, der im August 2011 die Führung bei Celesio übernommen hatte, will den Konzern wieder auf das alte Kerngeschäft Pharmahandel und Apotheken ausrichten. „Alle Versuche, jenseits des Kerngeschäfts zu wachsen, führten nicht zum Erfolg“, räumte Pinger ein. Die Töchter Movianto und Pharmexx, mit denen Celesio ins Dienstleistungsgeschäft für Pharmakonzerne eingestiegen war, stehen mittlerweile auf der Verkaufsliste. Auch die Versandapotheke DocMorris soll abgestoßen werden.

Das vor 177 Jahren gegründete Unternehmen hatte im Zeitraum 2007 bis 2011 allein rund 700 Millionen Euro an Firmenwerten abgeschrieben. Der Gewinn vor Steuern halbierte sich. Im vergangenen Jahr hatte Celesio Börse und Anteilseigner mit drei Gewinnwarnungen erschreckt.

Den Aktionären stellte der Manager den Aufbau eines europäischen Apothekennetzes in Aussicht. Aktuell besitzt der Konzern in Europa 2.300 eigene Apotheken. Darüber hinaus kooperiert Celesio über seine Großhandelstöchter mit etwa 4.500 eigenständigen Apotheken. Diese Geschäfte will der Konzern enger zusammenführen. „Ein starkes europäisches Apothekennetzwerk führt zu steigenden Ergebnisbeiträgen“, versprach Pinger.

Die regionale Expansion in die Schwellenländer will der Manager vorantreiben. „Zunächst werden wir uns dabei auf Brasilien konzentrieren“, sagte Pinger. Celesio vor zwei Jahren mit der mehrheitlichen Übernahme von Panpharma mit einem Schlag größter Pharmahändler in Brasilien geworden. Darüber hinaus hatte Celesio im Oktober 2011 die Mehrheit am Spezialpharmahändler Oncoprod Group erworben. Inzwischen stammen mehr als sieben Prozent des Konzernumsatzes aus dem Brasilien-Geschäft. Weitere Übernahmen in dem Land schloss Pinger nicht aus. Celesio werde dort eine „aktive Rolle“ spielen. „Wir wollen dadurch zusätzlich Marktanteile gewinnen“, sagte der Manager.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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