Pharmahändler
Celesio landet tief in den roten Zahlen

Celesio richtet sich derzeit komplett neu aus - und das kostet zunächst einmal viel Geld. Der Pharmahändler ist im zweiten Quartal tief in den roten Zahlen gelandet. Die Fehler der Vergangenheit lasten auf dem Konzern.
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FrankfurtDer Stuttgarter Pharmahändler Celesio hat im ersten Halbjahr wegen hoher Abschreibungen im Zuge des Konzernumbaus tiefrote Zahlen geschrieben. Für den Zeitraum Januar bis Ende Juni steht ein Verlust von 183,9 Millionen Euro in der Bilanz nach einem Minus von 30,2 Millionen vor Jahresfrist, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Wertberichtigungen von insgesamt 228 Millionen Euro belasteten das Ergebnis des Traditionsunternehmens.

Celesio vollzieht unter der Führung von Konzernchef Markus Pinger momentan eine strategische Kehrtwende und richtet sich wieder auf die angestammten Kerngeschäfte Pharmagroßhandel und Apotheken aus. Dabei trennt sich Celesio von zugekauften Firmen, mit denen sich der Konzern in den vergangenen Jahren neue Geschäftsfelder erschließen wollte.

Für einige Zukäufe habe der Konzern seinerzeit hohe Preise gezahlt, die von der Entwicklung der Geschäfte nicht mehr gedeckt seien, erklärte Finanzchefin Marion Helmes. "Deshalb mussten wir jetzt auf alle zur Veräußerung bestimmten Unternehmen die notwendigen Wertberichtigungen vornehmen", erklärte Helmes. So schrieb Celesio Firmenwerte bei den bereits verkauften Gesellschaften Pharmexx und Movianto ab sowie bei der noch im Schaufenster stehenden Internet-Apotheke DocMorris. Dazu kamen Abschreibungen auf das das ebenfalls zum Verkauf stehende Großhandelsgeschäft in Irland sowie auf das Groß- und Einzelhandelsgeschäft in der Tschechischen Republik, das Celesio nun für 84,5 Millionen Euro an die Investmentfirma Penta verkaufen will.

Im Kerngeschäft sieht das Management Celesio dank Einsparungen und neuen Führungsstrukturen aber auf Kurs. Celesio habe in der Zwischenbilanz klar Schiff gemacht, erklärte Konzernchef Pinger: "Unsere Maßnahmen zur Stabilisierung greifen." Der bereinigte operative Gewinn (Ebitda) nahm im ersten Halbjahr um 10,1 Prozent auf 283,5 Millionen Euro zu. Celesio setzte 11,25 Milliarden Euro um - ein leichtes Plus von 1,8 Prozent.

Für das Gesamtjahr bekräftigte Pinger, Celesio wolle einen bereinigten operativen Gewinn (Ebitda) erreichen, der mindestens dem Vorjahresniveau entspricht. Dies lag Celesio zufolge 2011 auf vergleichbarer Basis bei 550 Millionen Euro.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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