Pharmahändler würde gut ins Geschäft passen
Karstadt-Quelle prüft Kauf von Doc Morris

Der Essener Warenhaus- und Versandhandelskonzern Karstadt-Quelle führt Gespräche über einen Einstieg bei der Internet- Apotheke Doc Morris. Das erfuhr das Handelsblatt aus Unternehmenskreisen. Bislang scheiterten die Verhandlungen aber an den zu hohen Preisvorstellungen der Risikokapitalgesellschaften 3i und Technonord, die ihre Zweidrittelbeteiligung an dem Versandhändler abstoßen wollen. Offiziell hieß es bei Karstadt-Quelle, man habe an Doc Morris derzeit kein Interesse.

DÜSSELDORF. Käme es zu einem Einstieg von Deutschlands fünftgrößtem Handelskonzern, würde dies die Apotheker weiter in Bedrängnis bringen. Schon jetzt unterbietet die vom niederländischen Landgraaf aus operierende Versandfirma die deutschen Arzneimittelpreise mit kräftigen Rabatten. Klagen des Deutschen Apothekerverbands gegen den Billigkonkurrenten verliefen im Sand: Erst vor einem halben Jahr erklärte der Europäische Gerichtshof den Internethandel mit Medikamenten für rechtmäßig.

Seit Januar hat die Gesundheitsreform zudem die Preisbindung der Apotheken bei frei verkäuflichen Waren aufgehoben und den Versandhandel mit Medikamenten legalisiert. Steigt nun auch noch ein kapitalkräftiger Konzern wie Karstadt- Quelle bei dem preisaggressiven Web-Händler Doc Morris ein, dürfen sich die Apotheken auf einen harten Verdrängungswettbewerb einstellen.

Ohne Namen zu nennen, hatte 3i-Manager Daniel Meuthem in der vergangenen Woche gegenüber dem Handelsblatt bestätigt, dass man Verhandlungen mit mehreren Investoren führe. Doc Morris-Gründer Ralf Däinghaus wolle dagegen seine Anteile behalten. Ihm und anderen Mitgliedern des Managements gehört das restliche Drittel.

Den Übernahmepreis schätzen Brancheninsider auf 30 bis 60 Mill. Euro, manche sprechen sogar von 80 Mill. Euro. Zwar erreichte das Unternehmen nach eigenen Angaben im Oktober zum erstem Mal die Gewinnschwelle, doch der Marktanteil ist trotz der 300 000 Kunden noch bescheiden. 51 Mill. Euro Umsatz kamen im vergangenen Jahr zusammen – nach 22 Mill. Euro im Vorjahr.

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