Pharmakonzern
Novartis schaut sich um und schweigt

Novartis hat in den vergangenen Monaten mit zahlreichen mittelgroßen Übernahmen sein Angebot erheblich erweitert. Der Schweizer Pharmakonzern bleibt auch in Zukunft immer für eine Übernahme gut.

ZÜRICH. Wenn der weltweit viertgrößte Pharmakonzern Novartis in der Schweiz in zwei Wochen sein Jahresergebnis präsentiert, wird Novartis-Chef Daniel Vasella nicht um erläuternde Worte zu seiner so genannten „Wachstumsplattform“ herum kommen: Novartis hat in den vergangenen Monaten mit zahlreichen mittelgroßen Übernahmen sein Angebot erheblich erweitert. Impfstoffe gehören inzwischen genauso zum Portfolio wie rezeptfreie Medikamente (OTC) und Generika. Auch als Interessent für das Genfer Biotechnologie-Unternehmen Serono wird Novartis gehandelt. Kritikern, die dabei den roten Faden vermissen, hält Vasella seine Theorie entgegen, wonach der gemeinsame Nenner aller Zukäufe „Wachstumsbereiche im Gesundheitssektor“ seien.

Dennoch lässt die Strategie Fragen offen. Zum Beispiel bei den Impfstoffen: Erst kürzlich hat Novartis die mehrheitliche Übernahme des Impfstoffherstellers Chiron für 5,1 Mrd. Dollar eingeleitet. Vor drei Wochen dann bestätigten die Basler, dass sie auch am kleinen Berner Impfstoffproduzenten Berna Biotech Interesse und mit einer vertieften Prüfung des Unternehmens begonnen haben.

Falls die Prüfung ergibt, dass sich der Kauf lohnt, lässt sich Novartis auf einen Bieterwettkampf mit dem niederländischen Unternehmen Crucell ein, das bereits ein konkretes Angebot für Berna Biotech abgegeben hat.

Das Motiv für die Übernahme durch Novartis leuchtet jedoch nicht ein. Zwar sehen sich die Impfstoffhersteller allgemein nicht zuletzt wegen der Vogelgrippe-Gefahr im Aufwind, aber die Vertriebs- und Marketingstruktur des Berner Spezialisten hat für den Giganten Novartis wenig Wert. Auch die von Novartis offiziell verbreitete Lesart, dass sich neben einer guten geographischen Ergänzung und einer sinnvollen Erweiterung der Produktpalette eine Akquisition deswegen lohne, weil das Unternehmen dann in Schweizer Hand bliebe, überzeugt nicht. Bezahlen könnten die Basler den Impfstoffhersteller jedoch aus der Portokasse: Als Preis nennen Analysten 400 Mill. Euro. Darüber hinaus verfügt Berna noch über rund 110 Mill. Euro liquides Vermögen.

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