Piloten kämpfen um Konzerntarifvertrag
Lufthansa verschärft Tonart gegenüber Gewerkschaften

Der Vorstand der Lufthansa schlägt in der Tarifauseinandersetzung mit der Belegschaft schärfere Töne an: Personalchef Stefan Lauer erklärte das aktuelle Vergütungssystem des Luftfahrtkonzerns in der Mitarbeiterzeitung „Lufthanseat“ für nicht konkurrenzfähig.

FRANKFURT. Man stehe in einem harten Wettbewerb und müsse die Personalkosten „in allen Bereichen weiter verbessern“, betonte Lauer. Er verwies dabei insbesondere auf gut verdienende und stark expandierende Billigflieger wie Ryanair oder Easyjet. Bei Lufthansa müsse es jetzt darum gehen, „für die Geschäftsfelder eigenständige, wettbewerbsfähige Tabellenstrukturen zu vereinbaren, mit denen wir das 30 Jahre alte einheitliche System ersetzen wollen“.

Branchenkenner werten die Aussagen Lauers als Signal an die Tarifpartner, flexiblere Arbeitsplatzmodelle zuzulassen und in Geschäftsbereichen wie dem von Billigfliegern übersäten Europaverkehr Einstiegs- und Endgehälter anzupassen – nach unten. Wenn Konzernchef Wolfgang Mayrhuber, Finanzvorstand Karl-Ludwig Kley und Personalchef Lauer am Mittwoch bei einem internen „Management-Fokus“ vor rund 700 Lufthansa-Führungskräfte treten, kann der Kampf um neue Konzernstrukturen und Tarifverträge schwer ausgeblendet werden: „Mayrhuber versucht, das Fluggeschäft in Teilbereiche zu zerlegen, die sich untereinander Konkurrenz machen. Der Konzernverbund soll künftig stärker dezentral gesteuert werden“, sagte der Luftfahrtexperte einer renommierten Unternehmensberatung.

Gegen die Konkurrenz im eigenen Haus wehrt sich jedoch insbesondere die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC). Seit fast einem Jahr streitet sie mit Lauer und Mayrhuber über eine Neuordnung des Europaverkehrs – bisher ohne Aussicht auf Einigung. Um den Einsatz bei den Verhandlungen zu erhöhen, kündigte VC sogar einen im Dezember 2004 geschlossenen Tarifvertrag, den Lufthansa schon als Durchbruch zu höherer Produktivität gefeiert hatte.

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