Pilotenstreik bei der Lufthansa-Tochter CityLine
Lufthansa-Chef ruft Streikende zum Einlenken auf

Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber hat die streikenden Piloten der Regionalflugtochter CityLine aufgefordert, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Solche Aktionen gefährdeten die Wettbewerbsfähigkeit und damit Arbeitsplätze bei der Lufthansa, sagte Mayrhuber der "Neuen Osnabrücker Zeitung" vom Freitag.

HB BERLIN. Schon am Donnerstag hatte der Pilotenstreik weite Teile des Regionalverkehrs lahmgelegt. Die Piloten verlangen in dem seit Monaten schwelenden Tarifkonflikt eine deutliche Gehaltserhöhung. Lufthansa-Chef Mayrhuber forderte sie auf, ihr Gehaltsniveau und ihre Arbeitsbedingungen mit denen der Konkurrenz zu vergleichen: "Sie verdienen bereits in der Größenordnung 20 bis 25 Prozent mehr als vergleichbare Piloten im Regionalverkehr." Angesichts der "unüberhörbaren Alarmglocken" in der Luftfahrtbranche sägten die Piloten mit ihrem Streik "an dem Ast, auf dem sie sitzen".

Mayrhuber zeigte sich zudem besorgt über die wachsende Zahl konkurrierender Fachgewerkschaften und die unterschiedlichen Tarifauseinandersetzungen bei der größten deutschen Fluggesellschaft. Hier bestehe für die Politik dringender Handlungsbedarf. "Wir brauchen Regeln, wie innerhalb der Tarifautonomie und Koalitionsfreiheit Konflikte konkurrierender Gewerkschaften gelöst werden können", verlangte Mayrhuber. Sonst würden sich künftig die Forderungen einzelner Berufsgruppen wie zuletzt bei der Bahn und jetzt bei der Lufthansa "in vielen weiteren Unternehmen gegenseitig hochschaukeln".

Der Pilotenstreik bei der CityLine geht bis Freitagmittag zwölf Uhr weiter. Bis dahin werden lediglich 30 von 170 geplanten Flügen starten, 140 Flüge können nicht durchgeführt werden, wie ein Unternehmenssprecher am Morgen erklärte. Die Lufthansa gehe davon aus, dass man ab zwölf Uhr wieder zum "normalen Flugprogramm" zurückkehren könne.

Eine Sprecherin der Pilotenvereinigung Cockpit (VC) bestätigte dies und sagte, dass die Mitglieder den Streik wie geplant nach 36 Stunden beenden werden. Aus der Sicht von Cockpit sei der Ausstand eine erfolgreiche Maßnahme gewesen. Nun wolle man dem Arbeitgeber genügend Zeit geben, um ein neues Angebot vorzulegen.

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