Pilotenstreik: Gericht weist Lufthansa-Klage gegen Streik ab

Pilotenstreik
Gericht weist Lufthansa-Klage gegen Streik ab

Das Arbeitsgericht München hat den Antrag der Lufthansa abgewiesen, mit dem sie einen erneuten Pilotenstreik untersagen lassen wollte. Somit dürfen die Piloten am Dienstag und Mittwoch in den Ausstand treten.
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Frankfurt/MünchenKurz vor Beginn neuer Pilotenstreiks hat die Lufthansa vor Gericht abermals eine Schlappe kassiert. Den Antrag der Lufthansa auf Untersagung des Ausstands der Pilotenvereinigung Cockpit am Dienstag und Mittwoch wies das Arbeitsgericht München am Montag ab. Eine Beschwerde vor der Berufungsinstanz zogen die Rechtsvertreter des Konzerns am Abend nach gut einstündiger Verhandlung zurück. „Damit dürfen Sie ab Mitternacht streiken“, wandte sich die Vorsitzende Richterin am Landesarbeitsgericht, Camilla Rösch, an die Gewerkschaftsverteter. Die Fluglinie war vor einigen Tagen bereits vor den Gerichten am Stammsitz in Frankfurt gescheitert.

Eine weitere Streiketappe ist damit praktisch nicht mehr abzuwenden. Die Flugzeugführer wollen die Arbeit auf der Kurzstrecke der Lufthansa ab Mitternacht für den gesamten Dienstag niederlegen. Am Mittwoch folgt dann ein 24 Stunden langer Streik auf Kurz- und Langstrecke. Die Kranich-Airline strich für Dienstag und Mittwoch zusammen bereits 1700 Europa- und Überseeverbindungen. Vorige Woche hatten die Piloten die Arbeit bereits von Mittwoch bis Samstag niedergelegt. Rund 350.000 Passagiere verpassten bisher ihren Flug. Inklusive der beiden anstehenden Tage dürfte die Zahl auf über eine halbe Million steigen. Die Lufthansa-Aktien verloren bis Börsenschluss gut zwei Prozent.

Die Gewerkschaft kündigt ihre Streiks in der Regel mindestens 24 Stunden vorab an. Cockpit fordert für die 5400 Piloten 3,7 Prozent mehr im Jahr - einschließlich Nachzahlungen für vier Jahre. Die Lufthansa bietet 0,7 Prozent über eine Laufzeit von gut sechs Jahren. Darüber hinaus geht es in dem Clinch, der sich seit April 2014 hinzieht, auch um die Alters- und Vorruhestandsversorgung der Flugzeugführer und den Ausbau des konzerneigenen Billigfliegers Eurowings. Die Fronten sind dabei vollkommen verhärtet: Auch ein Treffen von Cockpit mit Lufthansa-Vorständen am Sonntag brachte keine Einigung.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Pilotenstreik: Gericht weist Lufthansa-Klage gegen Streik ab"

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  • Da muss man sich dann auch nicht wundern, wenn die FIrmen die Stellen ins Ausland verlagern. Unter welcher Flagge die Piloten laufen ist dem Kunden ja egal.

  • In 2016 gabs dann wieder eine fette Gehaltssteigerung für die LH-Vorstände.

    Hier:
    http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/lufthansa-vorstand-bekommt-mehr-geld-a-1089862.html

  • 2001 > 1,9 Mio. D-Mark
    2002 > 3,8 Mio. D-Mark

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