Pioniere der Wirtschaft
Heinz-Horst Deichmann: „Die Firma muss dem Menschen dienen“

Wie Heinz-Horst Deichmann nach der Bibel lebt, gleichzeitig neueste Managementmethoden anwendet und so zum größten Schuhhändler Europas aufsteigt

ESSEN. Er nennt es „das System“. Seit 50 Jahren hält es sein Reich zusammen. Ein Code aus Zahlen, für den er die Wünsche seiner Kunden penibel erfasst und auf Karteikarten geschrieben hat. Er hat daraus Artikelnummern generiert und seine Ware in „Bedarfsgruppen“ zusammengefasst. Minutiös hat er sich an dieses System gehalten, bis heute. Und wer ihn kennt, zweifelt nicht daran, dass er es bis zum jüngsten Tag tun wird.

Turnschuhe, Herren-Straßenschuhe, Damen-Sandalen, Gummistiefel, Pantoffeln – mit der ebenso einfachen wie systematischen Verbindung von Kundenwunsch und Einkaufspolitik ist er zum größten Schuhhändler Europas aufgestiegen. Voriges Jahr hat er 85 Millionen Paar verkauft, er gibt mehr als 20 000 Menschen Arbeit: Heinz-Horst Deichmann, der reiche, fromme Mann mit dem weißen Haar aus Essen-Borbeck ist eben 79 Jahre alt geworden.

Immer wieder diese blauen Augen, strahlend, neugierig, jung. Augen, die lachen. Als wäre ein Leben voller Arbeit und Pflichterfüllung fast spurlos an ihm vorbeigegangen.

„Der Antrieb kommt von innen heraus“, sagt er, die Quelle dieser Energie ist schnell gefunden. Heinz-Horst Deichmann ist bekennender Christ, die Bibel ist der Kern dessen, was seine Welt, das Unternehmen, die Familie, sein Werk ausmacht.

Und so ist Deichmann, Mitglied einer evangelischen Freikirche, Missionar in eigener Sache und im Dienste seines „Herrn und Erlösers Jesus Christ“, wie er es gerne sagt. Er liebt die Menschen, er liebt die Schuhe.

Dass er auch das Geld liebt, verneint er. „Geld ist ein guter Diener, aber ein schlechter Herr“, weist er dem Mammon seinen Platz zu. Deichmann ist Milliardär und Christ zugleich.

Wer glaubt, das könne nicht zusammenpassen, dem sei Max Weber ans Herz gelegt. In seinen berühmten Studien über die protestantische Ethik und den Geist des Kapitalismus hat Weber, der große Soziologe, Anfang des 20. Jahrhunderts behauptet, protestantische Lebensführung einerseits und rationale Unternehmensführung andererseits hätten gemeinsam den Siegeszug des modernen Kapitalismus erst möglich gemacht.

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