Pixar-Übernahme durch Disney: Mickey Maus kommt unter Pixars Fuchtel

Pixar-Übernahme durch Disney
Mickey Maus kommt unter Pixars Fuchtel

Disney kauft Pixar. Die Rollenverteilung ist aber bei weitem nicht so klar wie es aussieht. Denn die kreativen Köpfe des Computeranimations-Spezialisten lenken künftig das weltberühmte Trickfilmstudio. Und mit Pixar-Mehrheitseigner und Apple-Chef Steve Jobs erlangt Pixar auch Zugriff auf die Disney-Konzernführung. Das ruft Unmut hervor.

je/HB PORTLAND. Steve Jobs erklärte, einen Großteil der Verhandlungen mit Disney-Chef Robert Iger habe die Frage eingenommen, wie die lockere, Kreativität fördernde Unternehmenskultur bei Pixar in den Zusammenschluss hinübergerettet werden könne. Beide Unternehmenschefs bezeichneten dies als Schlüssel zum Erfolg an den Kinokassen. Vereinbart wurde, dass Pixar-Präsident Ed Catmull die gleiche Funktion auch bei den Disney-Trickfilmstudios einnehmen soll.

Führende kreative Talente bei Pixar, unter anderem Studiochef John Lasseter, kommen von Disney. Sie verließen den einstigen Zeichentrick-Pionier, weil er unter dem langjährigen Chef Michael Eisner den Einstieg in die Computeranimation verpasste. Lasseter und seine Kollegen, die bei Pixar einen Erfolg nach dem anderen produzierten, wollten keine untergeordneten Rollen in einem Konzern spielen, dessen letzter profitabler Zeichentrick-Titel „König der Löwen“ Jahre zurückliegt. So wird dann auch der vertraglich bis 2011 an Pixar gebundene Lasseter kreativer Direktor der Gruppe Walt Disney Imagineering, die für Attraktionen in Freizeitparks verantwortlich zeichnet.

So friedlich wie es nun aussieht, ging es zwischen Disney und Pixar nicht immer zu. Zwischen den Egomanen Eisner und Jobs kam es zum Krach, als Jobs bei den Verhandlungen über eine Verlängerung der Zusammenarbeit mehr Rechte für Pixar forderte, deren Filme wie „Toy Story“ und „Findet Nemo“ weltweit Milliarden einspielten. Der für Juni erwartete Pixar-Streifen „Cars“ ist der letzte Film unter dem alten Vertrag. Eisner-Nachfolger Robert Iger bemühte sich seit seinem Amtsantritt im Oktober um eine Beilegung des Streits mit Jobs.

Nun ist der Streit beigelegt – was zu neuen Verwicklungen führt. Denn die Übernahme macht Steve Jobs – Chef von Apple Computer und mit 50,6 Prozent Mehrheitseigner von Pixar – mit knapp 6 Prozent zum größten Einzelaktionär von Disney und sichert ihm einen Sitz im Aufsichtsrat des Unterhaltungskonzerns. Die Doppelrolle als Apple-Chef und Disney-Aufsichtrat birgt für Jobs aber die Gefahr von Interessenkonflikten. Denn Apple rückt immer mehr in die Unterhaltung – die Domäne von Disney – vor. Der Computerpionier erlebte in den vergangenen beiden Jahren mit dem digitalen Speicher iPod für Musik und Videos eine Renaissance als Hersteller von Unterhaltungselektronik und etablierte sich mit dem Service iTunes als führender Anbieter von Musik im Internet. Der Erfolg der Geräte basiert auf einem möglichst breiten Angebot von Inhalten – Inhalteproduzent Disney, der bereits Shows seiner TV-Tochter ABC für Video-iPods freigab, könnte auf Vorzugsbehandlung drängen.

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