Poker von Edeka und Rewe Bundesgerichtshof legt Tengelmann-Verfahren auf Eis

Wegen der laufenden Schlichtung wird der Bundesgerichtshof im Streit um die Zukunft von Kaiser's Tengelmann vorerst keine Entscheidungen fällen. Der für die kommende Woche anberaumte Beratungstermin ist abgesagt.
Edeka und Rewe wollen ihre Verhandlungen über die Zukunft der Supermarktkette am Montag fortsetzen und eine außergerichtliche Einigung erzielen. Quelle: dpa
Kaiser's-Supermarkt

Edeka und Rewe wollen ihre Verhandlungen über die Zukunft der Supermarktkette am Montag fortsetzen und eine außergerichtliche Einigung erzielen.

(Foto: dpa)

KarlsruheEdeka und Rewe haben mehr Zeit für ihren Poker um die Zukunft der über 15.000 Arbeitsplätze bei der defizitären Supermarktkette Kaiser's Tengelmann bekommen. Nach dem Oberlandesgericht Düsseldorf legte auch der Bundesgerichtshof seine Beratungen zu dem Fall auf Eis, wie das Karlsruher Gericht am Freitag mitteilte. Die Verfahrensbeteiligten hätten das Gericht gebeten, derzeit nicht zu entscheiden, hieß es zur Begründung. Der Kartellsenat habe entsprechend dieser Bitte einen für den 15. November angesetzten Beratungstermin aufgehoben.

Die beiden Handelsriesen ringen um die Märkte von Kaiser's Tengelmann. Sie wollen ihre Verhandlungen am Montag fortsetzen und eine außergerichtliche Einigung erzielen. Dabei geht es um die Umsetzung der Ministererlaubnis von Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel und die Aufteilung der Märkte der angeschlagenen Handelskette. Rewe hatte erfolgreich gegen die Ministererlaubnis vor dem OLG Düsseldorf geklagt, dagegen gingen das Bundeswirtschaftsministerium sowie Edeka und Tengelmann vor dem Bundesgerichtshof vor. Beide Gerichte hatte eigentlich Mitte November über die Ministererlaubnis verhandeln wollen, die Termine sind nun vom Tisch.

Diese Händler machen Deutschland satt
Platz 10: Globus
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Die Supermarktkette aus dem Saarland entwickelte bereits 1966 ein Konzept, das einem modernen Supermarkt ähnelt. Heute beschäftigt das Unternehmen rund 18.500 Mitarbeiter in 46 SB-Warenhäusern. Im Jahr 2015 erreichte die Globus-Gruppe einen Umsatz von 4,82 Milliarden Euro.

Quelle: TradeDimensions

Platz 9: Rossmann
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Die Drogeriekette kann den Umsatz mit Lebensmitteln im Vergleich zum Vorjahr deutlich steigern. Waren es 2014 noch 5,41 Milliarden Euro, machte Rossmann im vergangenen Jahr 5,75 Milliarden Euro Umsatz. Die Drogeriekette von Dirk Roßmann verkauft vor allem Bio-Lebensmittel und Wein.

Platz 8 : dm
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Der erste dm-Markt eröffnete 1973 in Karlsruhe. Heute ist dm in zwölf europäischen Ländern mit über 3.200 Marken präsent. Mit 7,03 Milliarden Euro Umsatz dürfte der Drogeriekonzern durchaus zufrieden auf das vergangene Jahr zurückblicken.

Platz 7: Tengelmann
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2015 gehörte die Handelskette aus Mühlheim an der Ruhr noch zu den größten Lebensmittelhändlern der Republik mit einem Umsatz von 7,7 Milliarden Euro im Jahr 2015. Im März 2016 wurde allerdings die Übernahme durch den Konkurrenten Edeka von Wirtschaftsminister Gabriel genehmigt.

Platz 6: Lekkerland
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Der Handelsriese mit Sitz in Frechen beliefert vor allem die Shops von Tankstellen und kleine Büdchen. Das Geschäft mit dem Spontan- und Spätkauf katapultiert Lekkerland unter die größten Händler mit einem Umsatz von 9,08 Milliarden Euro.

Platz 5: Metro-Gruppe
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Zum Dax-Konzern gehört mit Metro Cash&Carry nicht nur der führende Lebensmittel-Großhändler, sondern auch die real-Supermärkte. Damit nehmen die Düsseldorfer unter Deutschlands Lebensmittelhändlern eine führende Position ein. Dennoch büßte die Gruppe im Vergleich zu 2014 mehr als drei Milliarden Euro ein und brachte es im vergangenen Jahr auf einen Umsatz in Höhe von 26,13 Milliarden Euro. Verantwortlich dafür ist der Verkauf der Warenhaussparte Galeria Kaufhof.

Platz 4: Aldi
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Beim Lebensmittelabsatz landet der Discounter auch in diesem Jahr nicht auf dem Treppchen – überholt aber Metro und landet auf Platz vier. Der Umsatz stieg 2015 auf 27,8 Milliarden Euro. Aldi Nord und Aldi Süd legten gemeinsam um 1,5 Prozent zu.

Kaiser's Tengelmann soll mit Hilfe der Ministererlaubnis an Edeka fallen. Dafür wäre der Weg frei, wenn Rewe seine Klage gegen Gabriels Sondergenehmigung der Übernahme vor dem OLG Düsseldorf zurückzieht. Im Gegenzug soll das Kölner Unternehmen aber Kaiser's-Tengelmann-Märkte vor allem in Berlin erhalten. Doch konnten sich beide Unternehmen bislang noch nicht auf alle Details einer solchen Lösung verständigen. Gelingt kein Kompromiss, kommt Kaiser's Tengelmann auf die Resterampe: Dann will Tengelmann-Eigner Karl-Erivan Haub die Kette zerschlagen.

  • rtr
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