Pokerspiel geht weiter
Noch kein weisser Ritter für Swiss

Das Pokerspiel um die in den roten Zahlen operierende Schweizer Fluggesellschaft Swiss geht weiter. Entgegen Schweizer Medienberichten vom Wochenende hat Britisch Airways bis Montag keine Offerte für einen Einstieg bei Swiss vorgelegt. Der andere mögliche Interessent, die deutsche Lufthansa, hat sich bisher offiziell nicht geäussert.

Reuters ZÜRICH. Swiss, die das erste Halbjahr mit einem Verlust von mehr als 500 Mill. Franken abgeschlossen haben dürfte und für das nächste Jahr zusätzliches frisches Geld braucht, ist nach Einschätzung von Firmenchef Andre Dose langfristig im Alleingang nicht überlebensfähig. Sie muss sich an eine andere Gesellschaft anlehnen oder mindestens Mitglied einer Allianz werden.

Britisch Airways (BA) machte am Montag allerdings klar, dass die Briten nicht übermässig an einer Swiss-Beteiligung interessiert sind. „Wir versuchen nicht aktiv, in Swiss zu investieren ... unser Fokus liegt auf unserem Kerngeschäft“, sagte eine BA-Sprecherin. Ein Beitritt der Swiss zu der von BA geführten Luftfahrtallianz oneworld scheint aber möglich. Dabei ist allerdings nicht sicher, ob ein solcher Beitritt langfristig das Überleben der Swiss sichern würde.

Flexibler gibt sich Berichten zufolge die Lufthansa. Dort gilt nach Angaben aus Analystenkreisen die Einschätzung, dass eine Beteiligung an der Swiss möglich ist, wenn sie wirtschaftlich Sinn macht. Die Schweizer „SonntagsZeitung“ berichtete in ihre jüngsten Ausgabe, ein Entwurf für eine Grundsatzvereinbarung, die eine Übernahme der Swiss zum Gegenstand habe, liege in Frankfurt vor. Offiziell nimmt die Lufthansa zu Spekulationen nicht Stellung.

Mehr Informationen zur wirtschaftlichen Lage der Swiss und ihren Plänen und Aussichten dürfte der für den (morgigen) Dienstag angekündigte Halbjahresbericht bringen. Neben den Zahlen werden auch Angaben zu einem bereits angekündigten neuen Business-Plan erwartet.

Partick Schwendimann, Analyst bei der Zürcher Kantonalbank, rechnet mit einem Halbjahresverlust von 540 Mill. Franken bei einem um knapp 18 % höheren Umsatz von 2,1 Mrd. Franken.

In ihrem Semesterbericht müsse die Swiss auch plausbibel darlegen, wie sie ihre bisherigen Kosten- und Kapazitätsziele erreichen könne und dass diese für eine Rückkehr in schwarze Zahlen ausreichten, erklärte Schwendimann. Sonst könne die Gesellschaft kaum damit rechnen, dass sie das für 2004 benötigte Bankdarlehen von 500 Mill. Franken erhalten werde.

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