Positive Entwicklung
Hotelkonzerne beenden mehrjährige Durststrecke

Deutschlands Hoteliers können wieder lachen: Die Fußball-WM und die anziehende Konjunktur haben der Hotelbranche mehr Kunden und bessere Preise beschert. Von den europäischen Top-Performern sind sie jedoch weiterhin "Lichtjahre entfernt".

FRANKFURT. Das vergangene Jahr bescherte zumindest den großen Marken Umsatzsteigerungen um zehn Prozent bei gleichzeitig steigenden Zimmererlösen. „Nach vier mageren Jahren haben sich Lage und Stimmung der deutschen Hotellerie deutlich verbessert“, fasste Karl A. Schattmaier, Vorstandschef der Steigenberger Hotel Group, zusammen.

Der Konzern bilanzierte jetzt „eines der erfolgreichsten Geschäftsjahre der Unternehmensgeschichte“. Der Umsatz stieg um gut zehn Prozent auf 475 Mill. Euro. Dabei erreichte das Kerngeschäft der 82 Hotels ein Umsatzplus von 6,5 Prozent auf 356 Mill. Euro. Die steigende Auslastung und der spürbare Anstieg der durchschnittlich erzielten Zimmerpreise um acht Prozent führten allerdings in der Konzernbilanz nicht zu Ergebnissprüngen.

Das habe unter anderem daran gelegen, dass Steigenberger hohe Kosten aus der Bereinigung des Hotelportfolios zu verkraften hatte, sagte Schattmaier. Die Gruppe hatte sich in den letzten Jahren einen neuen, schlanken Zuschnitt verordnet und fährt nur noch zweigleisig mit der Marke Steigenberger, die für Stadthotels und Ferienresorts steht, sowie den Intercity-Hotels.

Damit habe man die Weichen für ein langfristiges und profitables Wachstum gestellt, sagte der Vorstandschef. Die Gruppe möbelt zurzeit ältere Häuser auf; das Investitionsvolumen liege von 2005 bis 2008 bei mindestens 150 Mill. Euro.

Nach sechs Hotel-Neueröffnungen im vergangenen Jahr plant Steigenberger eine weitere Expansion. So sollen Intercity-Hotels verstärkt im Ausland entstehen, zum Beispiel in den vom ICE angefahrenen Städten Brüssel und Paris. Mit der Absicht, auch an deutschen Flughäfen Intercity-Hotels zu bauen, ist der Konzern noch nicht viel weiter, gab Schattmaier zu. Dem Trend der Branche folgend zieht sich Steigenberger auf die Rolle des Hotelbetreibers zurück. Als letzte wurde die Immobilie des Steigenberger-Hotels in Berlin 2006 an einen spanischen Investor verkauft; ein Managementvertrag sichert dem Konzern die Präsenz in der Hauptstadt.

Auch die großen Wettbewerber legten 2006 zu. Maritim erhöhte mit 47 Hotels den Gesamtumsatz um über zehn Prozent auf 378 Mill. Euro. Die 158 individuell geführten Hotels der Marke Best Western Deutschland erhöhten ihren Umsatz um knapp zehn Prozent auf rund 440 Mill. Euro. Beide Gruppen erzielten ebenfalls höhere Zimmerpreise und steigerten die Auslastung.

Marktführer Accor Hotellerie Deutschland, unter anderem mit den Marken Ibis, Novotel, Mercure und Sofitel über 300 Mal in Deutschland vertreten, nennt als Tochter des börsennotierten französischen Konzerns keine Zahlen, hat aber nach Einschätzung von Stephan Gerhard, Chef der Hotelberatungsfirma Treugast Solutions, das beste Jahr seiner Geschichte abgeschlossen.

Generell profitierte die Hotellerie nicht nur von der Fußballweltmeisterschaft, sondern auch von der anziehenden Konjunktur, berichtet der Hotelverband Deutschland. Doch mit einer durchschnittlichen Zimmerauslastung von knapp 63 Prozent lägen die Betriebe immer noch sechs Prozent unter dem europäischen Durchschnitt. Und trotz um knapp acht Prozent gestiegener Zimmerpreise auf durchschnittlich 87 Euro sind deutsche Häuser, so der Branchendienst „Hospitality Inside“, weiterhin „Lichtjahre entfernt“ von den europäischen Top-Performern.

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