Positives Ergebnis in 2004
Nordmilch kommt aus dem Quark

Nordmilch hat einen ersten Erfolg bei seiner Sanierung erzielt. Der angeschlagene Milchverarbeiter kam aus den roten Zahlen heraus. Dies gelang aber vor allem durch Verkäufe von Unternehmensteilen.

HB BERMEN. Nach einem Verlust von 86 Millionen Euro im Jahr 2003 erwirtschaftete das Unternehmen 2004 einen Gewinn von 21,1 Millionen Euro. Der Konzernumsatz sank von gut 2,2 auf 2,1 Milliarden Euro. Die Genossenschaft allein ohne Tochterunternehmen habe einen Umsatz von 2 Milliarden und einen Jahresüberschuss von 18,2 Millionen Euro erzielt, teilte der Nordmilch-Vorstandsvorsitzende Stephan Tomat bei der Bilanzpressekonferenz in Bremen mit.

Das operative Ergebnis hat nach seinen Angaben 3 Millionen Euro betragen. Hinzu sei ein außerordentlicher Ertrag insbesondere durch den Verkauf von Standorten und Unternehmensbereichen von 15 Millionen Euro gekommen. Auch für das laufende Jahr werde das Unternehmen voraussichtlich wieder ein operatives Ergebnis von rund 3 Millionen Euro erreichen, sagte Tomat.

Ende vergangenen Jahres war die Fusion zwischen der Humana Milchunion und Nordmilch geplatzt. Sie sollte den wankenden Konzern stützen. Nun muss Nordmilch die Restrukturierung alleine meistern.

Nach Tomats Angaben hat Nordmilch die Zahl seiner Standorte bereits von 21 auf 15 reduziert. Ende 2005 seien es voraussichtlich noch 12. Die Zahl der Mitarbeiter wurde von 4336 im Jahr 2003 auf 3431 im vergangenen Jahr verringert. Ende 2005 werde die Zahl bei knapp unter 3000 liegen. Die Belegschaft wird bis dahin also um ein Drittel geschrumpft sein.

Auch die Zahl der Produkte schrumpfte: von ursprünglich 2800 auf 1470 im vergangenen Jahr. Bis zum Jahresende 2005 werde sie auf unter 1000 abnehmen.

Nordmilch konzentriere sich jetzt voll auf das Kerngeschäft, sagte Tomat. „Wir haben mittlerweile sämtliche Randgeschäfte abgestoßen. Sie haben allesamt das Kerngeschäft geschwächt.“ Das Unternehmen sei inzwischen „signifikant verschlankt“. Von Anfang 2007 an lägen die jährlichen Kosten um 100 Millionen Euro niedriger als 2003 vor Beginn der Restrukturierung. Nordmilch wolle internationaler werden und strebe über Joint Ventures je eine Produktionsstätte in Asien, Osteuropa und auf dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion an.

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