Post-Dienstleister
TNT will eigenen Mindestlohn durchsetzen

Nach dem Bundestagsbeschluss zur Einführung eines Mindestlohns für Briefträger will der Post-Konkurrent TNT Post einen eigenen, deutlich niedrigeren Mindestlohn durchsetzen. Notfalls will der Konzern bis vor das Bundesverfassungsgericht ziehen. Noch vor zwei Wochen hatte TNT von einem möglichen Rückzug aus Deutschland gesprochen, nun will der Konzern kämpfen.

HB HAMBURG/RATINGEN. "Wir werden auf unserer Tarifautonomie bestehen und dies notfalls auch vor Gericht durchsetzen", sagte TNT-Post - Geschäftsführer Mario Frusch der "Financial Times Deutschland". Das Bundesarbeitsministerium bestätigte der Zeitung den Eingang des Mindestlohnantrags von TNT. Man werde den Antrag prüfen, sagte eine Sprecherin. Weder das Arbeitsministerium noch das Bundeswirtschaftsministerium wollten das Vorhaben von TNT bewerten.

Frusch nannte als Vorbild das Bauhauptgewerbe, wo es ebenfalls für unterschiedliche Tätigkeiten verschiedene Mindestlöhne gebe. "Wir werden, sollte es notwendig sein, das Bundesverwaltungsgericht und das Bundesverfassungsgericht anrufen", sagte der TNT-Post -Chef. "Mit unserem Tarifvertrag können wir die Situation in Deutschland meistern." TNT Post gehört zu 71 Prozent der einstigen holländischen Staatspost TNT, mit 29 Prozent ist der Hamburger Handelskonzern Otto beteiligt.

Noch vor zwei Wochen hatten TNT -Konzernchef Peter Bakker und der Deutschlandmanager Frusch von einem möglichen Investitionsstopp und sogar einem Rückzug aus Deutschland gesprochen, sollte der Post- Mindestlohn kommen. "Wir laufen nicht weg, diesen Gefallen werden wir der Deutschen Post (...) nicht tun", sagte Frusch.

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