Post spaltet Logistik-Geschäft auf
Neuer Post-Chef Appel setzt erste Zeichen

Der neue Chef der Deutschen Post, Frank Appel, hat erste Weichenstellungen für das Geschäft des Konzerns vorgenommen. Appel spaltet das früher von ihm selbst betreute milliardenschwere Logistik-Geschäft der Post in zwei operative Einheiten auf. Welche beiden Manager seine Nachfolger werden.

HB DÜSSELDORF. An die Spitze der Einheiten und damit auch in den Post-Vorstand sollen nach einem Beschluss des Aufsichtsrats vom Dienstag Bruce Edwards und Hermann Ude rücken. Deutsches und internationales Briefgeschäft werden nach dem Fall des verbliebenen Briefmonopols in der Bundesrepublik zudem wieder zusammengefasst.

Das Logistikgeschäft hatte unter Appels Verantwortung im Jahr 2006 einen Umsatz von 22,739 Mrd. Euro bei einem operativen Gewinn von 762 Mill. Euro eingefahren. Die Deutsche Post hatte den Bereich, der unter anderem Dienstleistungen wie Lagerhaltung, Produktion und Versand für Firmen übernimmt, in der Vergangenheit etwa durch die milliardenschwere Übernahme des britischen Logistikers Exel gestärkt.

Für Exel war auch der neue Chef des Bereichs Supply Chain, Bruce Edwards, tätig. Er soll künftig auch das Geschäft des wachstumsstarken Zukaufs Williams Lea verantworten, der Dienstleistungen rund um den Brief anbietet. Die übrigen Logistik-Geschäfte betreut nun Hermann Ude, der in der Vergangenheit etwa das europäische Frachtgeschäft neu strukturiert hatte. Beide Geschäftseinheiten erwirtschafteten einen Jahresumsatz von je über 13 Mrd. Euro.

Appel erklärte, der Schwerpunkt im Logistik-Geschäft werde "stärker auf organischem Wachstum liegen". "Die Tatsache, dass es im Konzernvorstand nun zwei Verantwortliche für die beiden Logistik-Bereiche gibt, wird jedem dieser Bereiche weitere starke Impulse geben." Die Umstellung sei weder mit direkten Kosten noch Einmalgewinnen verbunden.

Appel war vom Aufsichtsrat am 18. Februar an die Spitze des Konzerns berufen worden. Er wurde dort Nachfolger des langjährigen Post-Chefs Klaus Zumwinkel, der nach dem Bekanntwerden einer Steueraffäre seinen Rücktritt erklärt hatte. Appel hatte angekündigt, die "großen Themen" im Konzern mit "Nachdruck" einer Lösung zuführen zu wollen. So muss er das verlustreiche Expressgeschäft der Post in den USA wieder in die Spur bringen und über die Zukunft der Postbank entscheiden. Erste Hinweise auf seine Überlegungen könnte er am kommenden Donnerstag geben, wenn der Konzern in Bonn seine Zahlen für 2007 vorlegt.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%