Post-Streik
Verdi zieht erneut vor Gericht

Weil sie Beamte als Vertretung für streikende Angestellte einsetzte, ist Verdi im Tarifstreit mit der Post erneut vor Gericht gezogen. Die Gewerkschaft bezweifelt, dass die Beamten die Vertretung freiwillig leisten.
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BerlinIm Tarifstreit bei der Deutschen Post ist die Gewerkschaft Verdi erneut vor Gericht gezogen. Wegen „des unzulässigen Einsatzes von Beamten“ habe Verdi vor dem Arbeitsgericht Bonn ein weiteres Mal einen Antrag auf einstweilige Verfügung gestellt, teilte die Gewerkschaft am Mittwoch mit. Ende Mai hatte das Gericht ein erstes Gesuch der Gewerkschaft noch abgelehnt.

In dem ersten Verfahren hatten die Richter den Einsatz von Beamten für streikende Angestellte noch zugelassen, weil sie davon ausgingen, dass die Staatsdiener freiwillig für ihre Kollegen eingesprungen waren. Nun hat Verdi nach eigenen Angaben dem Gericht eidesstattliche Erklärungen von Beamten vorgelegt, die nicht für Streikende einspringen wollten.

Unterdessen ging der unbefristete Ausstand weiter: Laut Verdi beteiligten sich bundesweit rund 32.000 Beschäftigte an dem Streik. Neben der Paket- und Briefzustellung sowie den Brief- und Paketzentren legten demnach auch die Beschäftigten der Internationalen Post in Frankfurt am Main ihre Arbeit nieder.

Knackpunkt in dem festgefahrenen Tarifkonflikt ist die Gründung von neuen Regionalgesellschaften der Post, in der Beschäftigte deutlich weniger verdienen als im Mutterkonzern. Die Mitarbeiter dort werden nicht nach dem Haustarifvertrag der Post bezahlt, sondern nach den niedrigeren Tarifregelungen der Speditions- und Logistikbranche. Verdi lehnt dies strikt ab und sieht darin einen Bruch früherer Vereinbarungen.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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