Post über Warnstreiks
„Der Schaden ist überschaubar, aber ärgerlich“

Die Auswirkungen bundesweiter Warnstreiks bei der Deutschen Post halten sich nach Unternehmensangaben in Grenzen. Unterdessen streikten in der Nacht Post-Mitarbeiter am Frankfurter Flughafen - was nach Angaben der Dienstleistungsgesellschaft Verdi zu Verzögerungen bei in Deutschland abgeschickter Post ins Ausland führen wird.

HB BERLIN. "Ich denke, insgesamt ist der Schaden überschaubar, aber ärgerlich", sagte Post-Sprecher Uwe Bensien am Mittwoch im ZDF. "Wir werden versuchen, spätestens morgen alle Briefe zuzustellen, damit die Beeinträchtigung für die Kunden nicht so groß ist." Die Gewerkschaft Verdi hatte am Dienstag in allen 83 Brief- und 33 Paketzentren der Post zu Warnstreiks aufgerufen. Etwa 31 Mill. Briefe und knapp zwei Mill. Pakete seien in den Verteilzentren liegen geblieben, die meisten Briefkästen würden am Mittwoch leer bleiben.

"Wir haben kein Verständnis für diese Streiks, denn diese Streiks werden auf dem Rücken der Kunden ausgetragen", sagte Bensien. Zur Forderung nach einer siebenprozentigen Lohnerhöhung erklärte er: "Die Lohnforderung von Verdi kann ich hier jetzt nicht kommentieren, aber wie haben signalisiert, dass eine angemessene Lohnsteigerung auch in unserem Interesse ist." Ein Kompromiss müsse am Verhandlungstisch erreicht werden. Darin müssten auch die Gewerkschaftsforderungen zum Kündigungsschutz und zur Arbeitszeit einfließen.

Unterdessen haben nach Gewerkschaftsangaben Mitarbeiter am Frankfurter Flughafen in der Nacht zum Mittwoch vorübergehend ihre Arbeit niedergelegt. Dadurch wird fast die gesamte in Deutschland abgeschickte Post ins Ausland ihre Empfänger erst mit mindestens einem Tag Verspätung erreichen, wie die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi in Frankfurt mitteilte. Um 22.00 Uhr habe die Nachtschicht mit dem Warnstreik begonnen. Rund eine Million Briefe und 5000 Pakete seien betroffen.

"Unsere Mitglieder wollen diese Woche Klarheit: Tarifabschluss oder Urabstimmung", sagte der Verdi-Fachbereichsleiter Postdienste, Detlev Borowsky, laut Mitteilung. Die hessischen Postangestellten seien zum unbefristeten Streik bereit, wenn die Post in dieser Woche nicht die Forderungen der Gewerkschaft erfülle. "Deutlicher als mit den heutigen Streiks kann dies vor einer Urabstimmung nicht zum Ausdruck gebracht werden", sagte Borowsky. Die Gewerkschaft fordert mehr Geld für die 130 000 Tarifbeschäftigten sowie die Verlängerung des Kündigungsschutzes und will die Arbeitszeit auf 38,5 Stunden festschreiben.

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