Postdienstleister
Dänisch-schwedische Postfusion rückt näher

Die geplante Fusion zwischen der dänischen und der schwedischen Post ist einen wesentlichen Schritt näher gerückt: Nach bislang unbestätigten Angaben wird die dänische Post den 22-prozentigen Anteil, den die britische Investmentgesellschaft CVC Capital Partners an dem Post-Konzern hält, zurückkaufen. Mit dieser Renationalisierung wäre der Weg frei für die dänisch-schwedische Post-Ehe.

STOCKHOLM. Die dänisch-schwedischen Fusionsabsichten waren bereits im April dieses Jahres bekanntgegeben worden. Doch die CVC-Beteiligung an der dänischen Post hatte das Zustandekommen des Deals immer wieder verzögert. CVC war 2005 mit für 1,3 Mrd. Kronen (174,7 Mio. Euro) mit 22 Prozent bei dem dänischen Staatsunternehmen eingestiegen.

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Ein Vorkaufsrecht sah vor, dass CVC innerhalb von fünf Jahren die Mehrheit in dem dänischen Postunternehmen erwerben konnte. Sollte der dänische Staat seine Anteile nicht abgeben, wurde CVC das Recht eingeräumt, seinen Anteil zu einem deutlich höheren Preis an den Staat zurückzugeben. Gleichzeitig wurde vereinbart, dass CVC in diesem Fall die dänische Post aus dem gemeinsam geführten belgischen Postkonzern De Post La Post herauskaufen darf.

Genau das scheint jetzt zu geschehen. Auf Anfrage wollten sich weder dänische Post noch das zuständige dänische Transportministerium zu den Angaben der dänischen Zeitung "Jyllandsposten" äußern. Allerdings erklärte der schwedische Regierungsvertreter im Aufsichtsrat der schwedischen Post, dass ein eventueller Rückkauf des CVC-Anteils durch den dänischen Staat die Fusion der beiden Post-Konzerne beschleunigen würde. "Dann können wir ein Rahmenabkommen noch vor Weihnachten unterzeichnen", sagte er.

Bei den Gewerkschaften beider staatlicher Postunternehmen hatte die CVC-Beteiligung von Beginn an für Kritik gesorgt. Sie fürchteten, der britische Investor würde über lang oder kurz einen massiven Stellenabbau durchdrücken wollen.

Das im April geschlossene Fusionsabkommen zwischen dänischer und schwedischer Post sieht die Bildung eines nordeuropäischen Post-Riesen vor, der auf einen gemeinsamen Umsatz von rund 45 Mrd. Kronen und einen Gewinn von etwa 2,6 Mrd. Kronen käme. Der neue Konzern würde etwa 50 000 Mitarbeiter beschäftigen. Ursprünglich war geplant, den neuen Konzern 2012 an die Börse zu bringen. Sollte CVC tatsächlich aus dem neuen Unternehmen herausgekauft werden, dürfte der Börsengang entfallen.

Helmut Steuer berichtet für das Handelsblatt aus Skandinavien. Regelmäßig ist er auch in der Ukraine unterwegs.
Helmut Steuer
Handelsblatt / Korrespondent
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