Postdienstleister
Post beklagt Samstags-Zustellpflicht

Die Deutsche Post dringt im Zuge der Liberalisierung der Postmärkte in Europa auf eine Lockerung der gesetzlichen Vorschriften in Deutschland. So will der Konzern nicht mehr durch Vorschriften gezwungen werden, an sechs Tagen die Woche Briefe ausliefern müssen.

HB DÜSSELDORF. Das schreibt die Post in einem Positionspapier an das Bundeswirtschaftsministerium. "Die Sechstage-Zustellung bleibt erhalten - auch in Zukunft", betonte ein Post-Sprecher. Die Gewerkschaft Verdi kritisierte den Vorstoß.

In Deutschland ist die flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Post-Dienstleistungen gesetzlich geregelt. Dem Post-Sprecher zufolge soll das Positionspapier dazu führen, die deutschen Regelungen an EU-Recht anzupassen. Dies bedeute aber nicht zwangsläufig, dass der Konzern niedrigere Standards auch umsetzen werde: "Dies ist getrennt davon zu sehen, was wir dann in Deutschland machen."

Die Post unterhält in Deutschland ein Netz von 108 000 Briefkästen und 12 500 Filialen. Gesetzlich vorgeschrieben ist ein Netz von mindestens 12 000 Standorten. Der Bonner Konzern will erreichen, dass nicht mehr in allen Filialen alle Dienstleistungen angeboten werden müssen - etwa Wertsendungen. Das Angebot solle sich künftig an der Nachfrage der Kunden nach den einzelnen Produkten orientieren. Das Angebot auf einer Nordseeinsel müsse nicht dem in Ballungsgebieten gleichen, sagte der Sprecher.

"Wenn dass das Resultat der Liberalisierung sein soll, dann fragt man sich nach deren Sinn", sagte eine Verdi-Sprecherin. Die Auslieferung an sechs Werktagen müsse gewährleistet bleiben.

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