Postdienstleister
TNT verzeichnet Gewinneinbruch

Für die Logistikbranche brechen härtere Zeiten an – und das gilt auch für Postdienstleister. Nun hat auch TNT die Auswirkungen der Finanzkrise zu spüren bekommen. Die Niederländer verzeichneten einen deutlichen Gewinneinbruch.

HB DÜSSELDORF. Im dritten Quartal 2008 ging der Gewinn vor Zinsen und Steuern im Vergleich zum Vorjahr um 19 Prozent auf 209 Millionen Euro zurück, wie das Unternehmen am Montag mitteilte. Besonders stark litt das Geschäft mit internationalen Geschäftssendungen von TNT Express, wo der operative Gewinn im Vergleich zum dritten Quartal 2007 sogar um 23,8 Prozent auf 99 Millionen Euro absackte.

Insgesamt verbuchte TNT für das dritte Quartal noch einen Nettogewinn von 113 Millionen Euro, was fast ein Drittel unter dem Vorjahreswert und damit deutlich unter den Erwartungen der Analysten lag. Der Gesamtumsatz stieg dabei leicht von 2,65 Milliarden Euro auf 2,69 Milliarden Euro. TNT-Chef Peter Bakker verwies darauf, dass das Unternehmen bereits am 16. Oktober eine Gewinnwarnung für den Bereich der Expressdienstleistungen veröffentlicht hatte, wo sich die Auftragslage im September sowie Anfang Oktober erheblich verschlechtert habe.

„Die Volumen im Lufttransport sind im September um beispiellose zehn Prozent zurückgegangen, während sie auf der Straße nur leicht zugenommen haben. Wir erwarten, dass dieser Druck im gegenwärtigen Quartal weitergeht“, erklärte Bakker. Angesichts dessen werde TNT sein Programm zur Kostenoptimierung im Umfang von 125 Millionen Euro „aggressiv weiter umsetzen“. Die Lufttransporte sollte effektiver gestaltet werden. Auch alle anderen Möglichkeiten für Einsparungen sollten genutzt werden. Dazu werde TNT nach einem Analysten-Treffen am 4. Dezember Einzelheiten bekanntgeben.

TNT-Chef Peter Bakker sprach von einer erheblichen Verschlechterung der Bedingungen im wichtigen Express-Geschäft im September und in den ersten Oktober-Wochen. „Wir erwarten, dass dieser Druck auf die Volumina mindestens im laufenden Quartal anhält.“ Der operative Gewinn fiel um 19 Prozent auf 209 Millionen Euro. Der Umsatz legte dagegen wie erwartet um 1,5 Prozent auf 2,9 Milliarden Euro zu.

Analysten bezeichneten die Ergebnisse als enttäuschend. Zwar sei mit den Schwierigkeiten in der Express-Sparte nach der jüngsten Gewinnwarnung zu rechnen gewesen, sagte Branchenexperte Corne van Zeijl von SNS Asset Management. Doch selbst das durch ein Teilmonopol geschützte Briefgeschäft auf dem niederländischen Heimatmarkt sei schlechter gelaufen als erwartet. TNT hatte Mitte Oktober seine Jahresprognose für das internationale und das Express-Geschäft auf eine Gewinnmarge von neun Prozent gekappt.

Davor hatte das Unternehmen noch ein Wachstum im unteren zweistelligen Prozentbereich angepeilt. Als Grund nannte TNT einen „Trend in die Rezession“, der vor allem auf dem umsatzwichtigen Luftexpressgeschäft laste. Der Konzern hat bereits neue Sparmaßnahmen für Anfang Dezember angekündigt. Auch die Deutsche Post senkte ihre Prognose für 2008 wegen der Folgen der Finanzkrise und ihres Übergreifens auf die Realwirtschaft.

Für 2009 wagte der Bonner Konzern erst gar keine Prognose mehr. Weil ihr Wachstum eng mit der Entwicklung des Welthandels und des Gütertransports verknüpft ist, gelten Logistik- und Postkonzerne wie TNT, die Deutsche Post und die US-Konkurrenten UPS und Fedex als wichtige Konjunkturbarometer. UPS hatte vergangene Woche einen Rückgang des Quartalsgewinns von knapp zehn Prozent verbucht und zusätzliche Sparmaßnahmen angekündigt. Grund sei eine erwartete Zurückhaltung der Verbraucher im anstehenden Weihnachtsgeschäft.

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