Potenzial bei Zielgruppe der Älteren
Der deutsche Fitnessmarkt stagniert

Auf dem deutschen Fitnessmarkt war im vergangenen Jahr nicht viel zu holen. Allein die Studio-Ketten legten gegen den Trend kräftig zu. Den größten Mitgliederzuwachs konnte dabei der Low-Budget Anbieter McFit verzeichnen.

DÜSSELDORF. Die Anzahl der Mitglieder in Fitnessclubs mit über 200 Quadratmeter Größe stieg 2006 leicht um knapp ein Prozent auf 5,1 Millionen, wie aus zwei dem Handelsblatt vorliegenden Studien der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte & Touche hervorgeht. Die Zahl der Anlagen blieb weitgehend stabil bei knapp 5 600 Studios.

„Wie in den Vorjahren liegt das Wachstum der Ketten über dem des Gesamtmarktes“, sagt Karsten Hollasch, Leiter des Industriesegments Leisure bei Deloitte & Touche. Diese konnten ihre Mitgliederzahl im Vorjahr von 1,5 auf 1,7 Millionen Mitglieder steigern, ein Plus von 13 Prozent. Ganz weit vorn ist dabei der Low-Budget Anbieter McFit, der seine Mitgliederzahl um 38 Prozent auf 416 000 ausweiten konnte. „Das Billigsegment, aber auch die Ketten sind deutlich auf dem Vormarsch“, sagt Refit Kamberovic, Geschäftsführer des Deutschen Sportstudioverbandes (DSSV). Zu den teureren Angeboten zählen die Fitness Company, die zehn Prozent mehr Mitglieder gewinnen konnte. Sie ist mit 265 000 Mitgliedern der zweitgrößte Anbieter, gefolgt von Kieser Training mit 240 000 Mitgliedern und neun Prozent Wachstum.

Obwohl der Gesamtmarkt im vergangenen Jahr stagniert hat, gebe es ein großes Potenzial, sagt Hollach. Gerade bei der älteren Generation böten sich große Wachstumschancen.

Regional zeigen sich noch immer deutliche Unterschiede: „Ketten interessieren sich kaum für Städte unter 100 000 Einwohnern, dort haben inhabergeführte Studios eine wirtschaftliche Chance“, sagt Kamberovic. Für Werner Kieser, Gründer von Kieser Training, sind aber auch kleinere Städte interessant: „Mit kleineren Flächen und weniger Maschinen kann man diese Zielgruppe erreichen.“ Anton Lill, Geschäftsführer von Fitness Company, sieht dagegen allein in den großen Städten Potenzial. Im ersten Quartal dieses Jahres will er fünf Clubs eröffnen. Das Bewusstsein für die Notwendigkeit von Bewegung – gerade bei bewegungsarmen Berufen – steige deutlich. Auch die Intensivierung des Angebots von individueller Trainings stehe für die Fitness Company im Vordergrund. Darauf kommt es laut Karsten Hollasch von Deloitte auf dem gesamten Markt auch an: „Die Kundenbetreuung und nicht der Preis eröffnen Wachstumspotential.“ Für die Clubs sei es daher wichtig, weiterhin an der Betreuung zu arbeiten.

„Spezialisierung ist die Zukunft“, sagt Werner Kieser. Daher werde sein Unternehmen in Zukunft den medizinischen Aspekt noch mehr in den Fokus rücken. Rainer Schaller, Geschäftsführer von McFit, setzt dagegen auf das digitale Zeitalter. Mit Computern und einem eigenen Fernsehsender versucht er, die persönliche Betreuung zu intensivieren: „Wir konzentrieren uns einzig auf das Wesentliche, nämlich auf Fitness.“

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%