Praktiker-Aktionärin
De Krassny im Visier der Justiz

Die Praktiker-Großaktionärin Isabella de Krassny wird verdächtigt, bei Aktienkäufen im Jahr 2009 von Insider-Informationen profitiert zu haben. Die Wirtschaftsstaatsanwaltschaft in Wien ermittelt.
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WienDie Praktiker-Großaktionärin Isabella de Krassny ist ins Visier der österreichischen Justiz geraten. Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft in Wien ermittle gegen de Krassny und sechs weitere Personen wegen des Verdachts des Insiderhandels mit Aktien eines IT-Unternehmens, sagte ein Behördensprecher am Donnerstag. Er bestätigte damit einen Bericht des „Wirtschaftsblatts“. De Krassny selbst beteuert ihre Unschuld. „Ich erwarte eine Einstellung des Verfahrens in den nächsten Tagen“, erklärte sie.

Der Behördensprecher sagte, Hintergrund sei die Übernahme des IT-Dienstleisters Phion durch den US-Konzern Barracuda im Jahr 2009. Im Zuge dessen seien den Marktaufsehern Unregelmäßigkeiten im Handel der damals börsennotierten Phion-Aktie aufgefallen, denen die Staatsanwaltschaft nun nachgehe. Die Ermittlungen gingen auf eine Anzeige der österreichischen Finanzmarktaufsicht (FMA) zurück und liefen bereits seit einigen Monaten. „Wir machen derzeit Einvernahmen - und wenn die abgeschlossen sind, entscheiden wir über das weitere Vorgehen“, sagte der Sprecher.

Phion ging 2007 an die Wiener Börse. 2009 unterbreitete Barracuda ein Übernahmeangebot, woraufhin de Krassny über die Beteiligungsgesellschaft Donau Invest mehrmals Phion-Aktien kaufte. Kurz danach stockte Barracuda das Angebot auf. De Krassny erklärte, sie habe damals nichts von dem höheren Angebot gewusst. Die Entscheidung für eine Aufstockung der Offerte sei erst gefallen, nachdem sie Phion-Aktien gekauft habe. Sie habe daher gar nicht von der höheren Offerte wissen können.

Für Aufsehen sorgt de Krassny derzeit in der Diskussion um die Zukunft des kriselnden deutschen Baumarktkonzerns Praktiker. Sie vertritt über mehrere Gesellschaften mehr als zehn Prozent der Praktiker-Anteile und sträubt sich gegen das umstrittene Sanierungskonzept von Aufsichtsrat und Vorstand.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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