Praktiker
Die Dauer-Baustelle

Praktiker ist noch lange nicht aus der Krise heraus. Die angeschlagene Baumarkt-Gruppe schreibt weiterhin Verluste. Das Unternehmen hat noch einen weiten Weg vor sich und hofft auf den Erfolg seiner neuen Strategie.
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Wer ein Haus oder eine Wohnung renoviert, kennt das Phänomen vielleicht: Bis die eigenen vier Wände wirklich wohnlich aussehen, ziehen viele Monate ins Land. Ähnlich dürfte es dem Management der angeschlagenen Baumarktkette Praktiker gehen. Es gelang zwar im vergangenen Jahr, den Grundstein für eine Neuausrichtung zu legen. Doch bis sich der Strategiewechsel auszahlt, wird es wohl noch eine Weile dauern.

2012 war nicht leicht für die Praktiker. Im Schlussquartal konnte das Unternehmen den Umsatzrückgang verringern, nachdem das Ringen um die Abwendung der Pleite noch Lieferanten und Kunden verunsichert hatte. Außerdem drückte Finanzvorstand Markus Schürholz kräftig auf die Kostenbremse: Mit der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi einigte er sich auf fünf Prozent weniger Lohn für die Mitarbeiter bis 2014, verhandelte neue Mietbedingungen für zahlreiche Märkte und stieg aus dem defizitären Türkei-Geschäft aus.

Zudem kehrte der Konzern im Mai 2012 der Billigstrategie den Rücken und setzt jetzt auf Premium. Seit August des vergangenen Jahres werden die Praktiker-Märkte auf die profitablere Schwestermarke Max Bahr umgestellt. „Das Geschäftsjahr 2012 war ein Jahr tief greifender Verwerfungen, die in erheblichem Ausmaß Umsatz und Ertrag belastet hatten“, hieß es von Vorstandschef Armin Burger am Donnerstag anlässlich der Präsentation des Konzernergebnisses 2012. „Existenzsicherung und Neuausrichtung standen dabei im Mittelpunkt.“

Im Vorjahr hatte die Baumarktkette unter ihrer Rabattstrategie („20 Prozent auf alles“) gelitten und rund eine halbe Milliarde Euro Verlust gemacht. Zwischen den Großaktionären entbrannte heftiger Streit, sie kritisierten das alte Management und die zunächst angepeilten Zugeständnisse an Geldgeber. Die Auseinandersetzung endete erst, als der vom Saarland nach Hamburg umgezogene Konzern im Herbst wesentliche Teile eines rettenden Finanzpakets unter Dach und Fach gebracht hatte.

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  • Vom Praktiker wird wohl nicht viel übrig bleiben, wenn bis 2015 246 unprofitable Märkte geschlossen werden sollen. So steht es im aktuellen Geschäftsbericht. Es wird wohl einen Grund haben, warum Praktiker auf diese neuen Informationen nicht weiter eingeht. Kaum vorstellbar, dass Praktiker diese Schließungswelle stämmen kann.

  • ähnlich wie bei der Metro, nicht wahr?
    ein Pleitegeier nach dem anderen

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