Praktiker
Zukunft der Baumarktkette weiter ungewiss

Bei Praktiker haben die Tage der Entscheidung begonnen. Noch immer ist unklar, wie es um die Zukunft der angeschlagenen Baumarktkette steht. Das Überleben hängt von einer Vielzahl von Verträgen und Vereinbarungen ab.
  • 4

Düsseldorf/WienDie Zeit rennt Praktiker davon und noch immer ist ungewiss, ob die angeschlagene Baumarktkette eine Zukunft hat. An diesem Wochenende läuft ein Kredit über einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag für das Warengeschäft aus, der den laufenden Betrieb aufrechterhält.

Zwar gab es in den vergangenen Tagen positive Signale aus dem Umfeld des Unternehmens, der Abschluss sei gesichert. Doch Zweifel bleiben. Der Hintergrund: Praktikers Überleben hängt an einer Vielzahl von Verträgen und Vereinbarungen - nicht nur mit Banken, auch mit anderen Stakeholdern. Alle Dokumente müssen geprüft und unterschrieben werden, jeder schaut auf den anderen. Versagt einer der Beteiligten die Unterstützung, gerät das Rettungsgebilde ins Wanken.

Eine Anfrage bei Praktiker blieb unbeantwortet. Ein wichtiger Schritt scheint jedoch gemacht. Der Darlehensvertrag mit Semper Constantia soll bereits unterzeichnet sein, hieß es in unternehmensnahen Kreisen. Die österreichische Privatbank, die sich nicht zu den Vorgängen äußert, will Praktiker 75 Millionen Euro für die Sanierung bereitstellen. Das Geld soll dazu dienen, bis 2014 etwa 120 der bundesweit 234 Filialen von Praktiker auf die Zweitmarke Max Bahr umzustellen.

In dieser Woche wurden, der Notlage zum Trotz, die ersten sieben Praktiker-Märkte unter der Flagge von Max Bahr neu eröffnet. Zudem soll eine geplante Kapitalerhöhung 60 Millionen Euro einbringen. Zuletzt hatte der Investor Clemens Vedder signalisiert, diese teilweise garantieren zu wollen. Die Rede war von einem Betrag über 25 Millionen Euro.

Die Situation ist ernst. Von Januar bis Juni sank Praktikers Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 4,5 Prozent auf fast 1,6 Milliarden Euro. Der Fehlbetrag hat sich zwar deutlich verringert auf knapp 97 Millionen Euro. Der Bargeldbestand aber schrumpfte von 301 auf 48 Millionen Euro. Praktiker hat in den vergangenen Monaten kostbare Zeit verspielt. Die Chefs wurden ausgetauscht und mit ihnen das Sanierungskonzept.

Wochenlang wurde in Sachen Darlehen der US-Finanzinvestor Anchorage bevorzugt, erst seit Ende August verhandelt Praktiker mit Semper Constantia. Bei der Privatbank und dem mit ihr verbündeten Maseltov-Fonds - zusammen halten beide knapp 15 Prozent der Praktiker-Anteile - herrscht indes nüchterner Realismus. Immerhin werden noch Pläne geschmiedet. So soll dem Vernehmen nach Praktiker-Chef Kay Hafner, dessen Vertrag Mitte November ausläuft, vom Wiener Manager Armin Burger ersetzt werden, der seit kurzem im Aufsichtsrat sitzt. Bislang war der frühere Obi-Manager Andreas Sandmann für den Posten gehandelt worden. Er könnte Vertriebsvorstand werden.

Kirsten Ludowig
Kirsten Ludowig
Handelsblatt / Stellvertretende Ressortleiterin Unternehmen & Märkte
Stefan Menzel ist beim Handelsblatt der Spezialist für die Automobilbranche.
Stefan Menzel
Handelsblatt / Korrespondent Automobilindustrie

Kommentare zu " Praktiker: Zukunft der Baumarktkette weiter ungewiss"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • der kunde braucht praktiker?????????
    ich nicht!!!!!!!!!!!!
    wir waren gestern dort.
    die auktionsware war nicht da.dafür sind wir dann 20 km gefahren und haben uns einen anhänger geborgt.
    wir wurden schon bei der umstelleung der kundenkarte beschissen.seit dem kaufen wir stadt für ca 2000 euronen nur nocht für vieleicht 150 euronen ein.
    wir fahren mittlerweile sofort in andere märkte weil die nicht immer aber oft preiswerter sind.na und wenn mal nicht verdiehnt wenigstens der welcher zum kunden erlicher ist.
    praktiker??????????? pfuiiiiiiiiiiiii

  • Alles PEINLICH hoch 3!!!!!Das Personal wird mißbraucht und weiterhin im Unklaren gelassen.Was für eine Psychische und körperliche Belastung.Macht doch gleich den Laden dicht,dann hat der Affentanz wenigstens ein ENDE!!!!!!

  • Den Bock jetzt zum Gärtner machen: Armin Burger hat ALDI Hellas korrupt vor die Wand gefahren und Karl Albrecht hunderte Millionen gekostet zusammen mit seinem Spezi Rozas. Diese Null wird das Ende von Praktiker werden. Vermieter schaut euch schon nach Nachmietern um.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%