Preis bleibt Geheimsache
Goldman und Koch Industries kaufen Druckfarben-Hersteller

Druckfarben-Marktführer Flint bekommt gleich zwei neue Besitzer, die Investmentbank Goldman Sachs und den US-Konzern Koch Industries. Gemeinsam will man die Position von Flint weiter ausbauen und plant auch Zukäufe.
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FrankfurtDer Druckfarben-Hersteller Flint gehört künftig dem US-Mischkonzern Koch Industries und der Investment-Sparte von Goldman Sachs. Goldman und Koch übernehmen das unter anderem aus Sparten von BASF und Akzo Nobel hervorgegangene Unternehmen mit Sitz in Luxemburg vom Finanzinvestor CVC, wie die Beteiligten am Donnerstag mitteilten. Der dem Kaufpreis zugrunde liegende Firmenwert liegt Finanzkreisen zufolge bei etwas mehr als 2,2 Milliarden Euro. CVC erklärte, zum Preis sei Stillschweigen vereinbart worden. Die beiden neuen Eigentümer führen im Zuge der Übernahme einen beträchtlichen Teil der Schulden von zuletzt gut 1,8 Milliarden Euro zurück.

„Mit einer deutlich verbesserten Kapitalstruktur ist Flint bestens in der Lage, seine ehrgeizigen Wachstumspläne zu verfolgen, um seine führende Marktstellung noch auszubauen“, erklärte der für das Deutschland-Geschäft in der Investment-Sparte von Goldman Sachs zuständige Matthias Hieber. Die neuen Eigentümer setzen vor allem auf das noch wachsende Geschäft mit Farben zum Bedrucken von Verpackungen. Dort seien auch Zukäufe geplant. Es macht schon jetzt rund die Hälfte des Flint-Umsatzes von 2,2 Milliarden Euro aus und soll auf Dauer die schrumpfende Nachfrage nach Druckfarben und Druckplatten für die Zeitungs- und Zeitschriften-Produktion wettmachen. Der operative Gewinn (Ebitda) lag 2013 bei mehr als 320 Millionen Euro.

Der US-Finanzinvestor CVC hatte die BASF-Tochter XSYS 2004 mit der konkurrierenden Sparte von Akzo Nobel zusammengeführt und 2005 mit der amerikanischen Flint Ink fusioniert. Heute beschäftigt das Unternehmen 6600 Mitarbeiter. CVC hatte sich lange Zeit mit Börsenplänen für Flint getragen, ein erster Anlauf war aber 2010 gescheitert. Auch ein Verkaufsprozess war 2012 im Sande verlaufen.

Koch Industries ist mit 115 Milliarden Dollar Umsatz eines der größten nicht börsennotierten Unternehmen der USA. Die Eigentümer Charles und David Koch gelten als große Unterstützer der konservativen „Tea Party“-Bewegung.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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