Preisabsprache-Verdacht
Fluglinien im Visier der Kartellwächter

Wegen angeblicher Preisabsprachen bei Langstreckenflügen von und nach Großbritannien haben die britischen Kartellwächter unter anderem British Airways im Visier.

HB LONDON. Die britische Behörde geht dem Verdacht nach. Die Untersuchung konzentriere sich auf die Preiskalkulation für den Passagiertransport einschließlich des Kerosinzuschlags, teilte das Office of Fair Trading (OFT) am Donnerstag in London mit. In diesem Zusammenhang habe sich die Behörde am 13. Juni in Firmengebäuden der Fluggesellschaft British Airways (BA) umgesehen. Zu diesem frühen Zeitpunkt der Untersuchung könne man aber noch nicht sagen, ob tatsächlich Wettbewerbsrecht verletzt worden sei.

BA bestätigte die Untersuchung, an der nach Unternehmensangaben auch das US-Justizministerium beteiligt ist. Im Zusammenhang mit der Untersuchung seien Marketingdirektor Martin George und Kommunikationschef Iain Burns beurlaubt worden, teilte Europas drittgrößte Fluggesellschaft mit. BA betonte, das Unternehmen halte sich strikt an das Wettbewerbsrecht.

Virgin Atlantic Airways erklärte, von der Untersuchung zu wissen. Die Fluggesellschaft arbeite mit den Ermittlern zusammen, sagte ein Unternehmenssprecher. Konkreter wollte er nicht werden. Die Deutsche Lufthansa sieht sich von den Ermittlungen bislang nicht betroffen. „Uns ist nichts von Ermittlungen gegen Lufthansa bekannt“, sagte eine Firmensprecherin. Bei Ryanair hieß es ebenfalls, die Gesellschaft sei von den Untersuchungen nicht betroffen.

Auch in USA Untersuchungen

Unterdessen haben sich weitere Fluggesellschaften zu den britischen und US-amerikanischen Untersuchungen über mögliche Kartellabsprachen bei der Beförderung von Passagieren geäußert. Die niederländische KLM NV - Royal Dutsch Airlines, Teil der Air France-KLM Group, teilte am Donnerstag mit, nicht von den Ermittlungen zu Preisabsprachen bei Tickets und Treibstoffzuschlägen betroffen zu sein. Allerdings machte ein KLM-Sprecher deutlich, diese Aussage gelte nur für KLM und nicht für die gesamte Air France-KLM Group.

American Airlines, die zur AMR Corp gehört, hat zwar von der US-Federal Grand Jury eine Vorladung erhalten, gegen sie wird nach eigenen Angaben jedoch nicht ermittelt. Die US-Fluglinie betonte, man halte sich an geltendes Recht und werde uneingeschränkt mit den Behörden kooperieren. American Airlines ist ebenso wie British Airways Mitglied der „Oneworld Airline“ Allianz.

Die Finnair Oy und und die Scandinavian Airlines System AB (SAS) haben eine Verstrickung in die Untersuchungen verneint.

Mit den rasant gestiegenen Ölpreisen sind auch die Treibstoffkosten der Fluggesellschaften gestiegen. Viele Fluglinien verlangen deswegen Kerosin-Zuschläge von ihren Passagieren.

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