Preisdruck und globale Konkurrenz
Nordzucker muss massive Einbrüche hinnehmen

Wenn keine Mindestpreise für Rüben und keine Quoten mehr gelten, brechen für Zuckerproduzenten harte Zeiten an. Bei Nordzucker fallen schon jetzt große Teile des Gewinns weg. Doch Konzernchef Fuchs sieht auch Chancen.
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BraunschweigVolle Zuckerlager in der EU und sinkende Preise auf dem Weltmarkt haben den Gewinn bei Nordzucker zum Start des neuen Geschäftsjahres massiv einbrechen lassen. Der nach Südzucker größte europäische Zuckerproduzent verbuchte im Auftaktquartal (Stichtag 31. Mai) unter dem Strich 24 Millionen Euro. Im Vergleich mit dem entsprechenden Zeitraum des vorherigen Geschäftsjahres sind das 72 Prozent Minus, wie aus der am Dienstag in Braunschweig vorgelegten Bilanz hervorgeht. Im Ausblick heißt es: „Im laufenden Geschäftsjahr 2014/15 erwarten wir, dass der Druck auf die Preise weiter anhalten wird.“ Mit 501 Million Euro fiel der Quartalsumsatz um 14 Prozent.

In rund drei Jahren brechen für die Branche in Europa neue Zeiten an, da die EU-Zuckermarktordnung endet und die bisher preisstützenden Angebotsregulierungen wegbrechen. Mit der Liberalisierung entfallen die Quoten für die Mengensteuerung und auch die Rüben-Mindestpreise als zentrale Elemente der bisherigen Ordnung.

Erste Auswirkungen spürt Nordzucker schon. „Preisdruck und steigender Weltmarkteinfluss sind erste Vorboten der sich verschärfenden Marktbedingungen“, teilt der Vorstand in der Quartalsbilanz mit. Der Konzern setze daher wie angekündigt auf das Gebot der Stunde, die Produktivität daheim zu erhöhen und neue Märkte etwa in Asien oder Afrika zu erschließen. Für mehr Effizienz werde zum Beispiel in modernere Werke investiert.

Die Jahresprognose habe Bestand, wonach „Umsatz und Ergebnis deutlich rückläufig sein werden“. Im Geschäftsjahr 2013/14 (28. Februar) war Nordzuckers Überschuss um 43 Prozent auf 209 Millionen Euro gefallen. Der Umsatz blieb mit 2,36 Milliarden Euro dagegen fast stabil.

Auch der Konkurrent Südzucker litt zum Startquartal unter ähnlichen Problemen. Dort rauschte der Überschuss auf 77 Millionen Euro und damit um 54 Prozent gegenüber Vorjahreszeitraum in den Keller.

Für Unternehmenschef Hartwig Fuchs stimmt die Langfristperspektive trotz der unsicheren Vorzeichen: „Rübenanbau in Europa hat Zukunft, Zucker hat Zukunft.“ In den Veränderungen liege auch eine Chance.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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