Preiserhöhung
Bahnfahrer müssen ab Dezember mehr bezahlen

Zugfahren wird im Winter teurer. Nach dem vierprozentigen Aufschlag im vergangenen Jahr erhöht die Deutsche Bahn ihre Fahrpreise zum Fahrplanwechsel am 9. Dezember erneut. Die Begründung ist wie immer die gleiche.
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BerlinBahnfahren wird ab Dezember erneut teurer. Die Deutsche Bahn erhöht die Preise im Fern- und Regionalverkehr um durchschnittlich 2,8 Prozent, wie der Konzern am Dienstag in Berlin bekanntgab. Auch die Bahncards werden zum Fahrplanwechsel am 9. Dezember 2,4 Prozent teurer. Der höchste Preis für eine Strecke im ICE steigt damit von 135 auf 139 Euro. Das betrifft etwa die Fahrt von Hamburg nach München.

Reservierungen kosten weiter vier Euro pro Platz. Die Sparpreise ab 29 Euro im Fernverkehr bleiben ebenfalls. Auch künftig kosten einfache Fahrten im ICE oder Intercity/Eurocity ab 29 Euro in der 2. Klasse sowie Fahrten ins europäische Ausland ab 39 Euro. Das Schöne-Wochenende-Ticket für Gruppenfahrten wird zwei Euro teurer (42 Euro). Derzeit entfallen nach Bahnangaben auf Sparpreise etwa 30 Prozent aller Fernfahrten. Sitzplatzreservierungen gibt es weiterhin für vier Euro. Der Vorverkauf für die Fahrten ab dem 9. Dezember beginnt am 16. Oktober.

Unberührt von den Erhöhungen des Unternehmens sind auch die Tarife der Verkehrsverbünde, die diese eigenständig festlegen. Die Bahn begründete die Verteuerung wie in den vergangenen Jahren mit gestiegenen Energiekosten.

Diese hat die Bahn zumindest zuletzt gut verkraftet: Im ersten Halbjahr 2012 verzeichnete der Konzern einen Passagierrekord sowie einen Gewinnsprung im Fernverkehr. Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2011 verdreifachte sich das Betriebsergebnis von IC und ICE und übertraf damit sogar bereits das Gesamtjahr 2011 deutlich. Als Grund nannte die Bahn hier unter anderem „Preismaßnahmen“.

Vor einem Jahr hatte der bundeseigene Konzern die Preise im Fernverkehr um 3,9 Prozent erhöht und war dafür heftig kritisiert worden. Geholfen haben dürften dem Unternehmen die deutlich gestiegenen Spritpreise, die mehr Autofahrer zum Umstieg in die Bahn bewegten.

Bahnkunden sind jährliche Fahrpreiserhöhungen gewohnt. Nur 2010 hatte der Konzern erstmals seit längerem seine Preise im Fernverkehr nicht erhöht. Bahnvorstand Ulrich Homburg sagte, die Preiserhöhungen sowohl bei anderen europäischen Bahnunternehmen als auch bei den Nahverkehrsverbünden seien stärker ausgefallen. Zum Vergleich wies er auch darauf hin, dass Strom und Benzin in zwölf Monaten um mehr als drei Prozent teurer geworden seien.

Noch im Frühjahr hatte Bahnchef Rüdiger Grube in einem Interview gesagt: „Mein Ziel ist es, möglichst ohne Preissteigerungen auszukommen.“ Allerdings räumte er ein: „Ich führe letztendlich ein Wirtschaftsunternehmen, und das müssen wir gut führen. Deshalb müssen wir unsere Kosten in Ordnung halten.“

In Zukunft sollen die Besitzer der Bahncard 25 und 50 kostenlos mit Bussen und U-Bahnen nicht nur an ihrem Zielort, sondern auch am Startort fahren können. Darüber wird allerdings noch mit den anderen Unternehmen verhandelt. Die Bahncard würde dann um einen beziehungsweise zwei Euro teurer.

Gegen den Missbrauch von Monatskarten für bestimmte Strecken will die Bahn künftig stärker vorgehen. Mit diesen Fahrkarten kann ein Pendler am Samstag mehrere andere Reisende, etwa Familienmitglieder, mitnehmen. Das Angebot werde auf Strecken wie Berlin-Hamburg systematisch und kommerziell ausgenutzt, hieß es. Über das Internet suchten manche Kartenbesitzer Mitreisende und kassierten von ihnen Geld. Künftig darf der Besitzer der Monatskarte am Samstag nur noch einen Erwachsenen und bis zu drei Kinder mitnehmen.

Agentur
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Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Preiserhöhung: Bahnfahrer müssen ab Dezember mehr bezahlen"

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  • Passend zur Preiserhöhung wird auch gleich jedmögliche Kontakt mit der Bahn, "wegen Wartungsarbeiten" gekappt.

    Wollte noch meine Punkte von meiner "Bohnus"Card einlösen...
    Abfrage - wegen Wartungsarbeiten nicht möglich...!
    tel. Auskunft - wegen Wartungsarbeiten nicht möglich...!

    Service? - Wegen Preiserhöhung nicht möglich!

    Bei der Luftfahrt kann man zumindest auf eine andere Ges. ausweichen.
    Bei der Bahn wird das Monopol auch noch staatlich, sprich von unseren Steuergeldern, gestützt.

    mfg

  • @Paule

    Für sich genommen ist die Preissteigerung der Bahn sicher kein Problem und vielleicht auch nachvollziehbar. Aber die Bahn ist nur ein Apfel in dem Obstkorb, der ständig teurer wird.

    Problem bei der Bahn ist halt, dass sie jedes Jahr teurer wird, die Serviceleistungen jedes Jahr schlechter werden. Im Winter funktionieren die Heizungen nicht (jeden Winter öfter), im Sommer fallen reihenweise die Klimaanlagen aus (sofern vorhanden). Züge haben oft Lokschäden, von den Problemen bei den Stellwerken will ich gar nicht erst anfangen etc.

  • @ Inflation:

    Ich bin bei Ihnen, was das (Miss-)Verständnis für die Preissteigerungen bei der Bahn anbelangt, wobei diese gefühlt jedes 5. oder 6. Mal nicht pünktlich ist.

    Aber Ihnen ist schon klar, dass Sie gerade Äpfel mit einem Obstkorb vergleichen?
    Sie arbeiten sicherlich in irgendeiner Branche XY. Die von Ihnen angegebene Lohnentwicklung wird vermutlich annähernd die Lohnentwicklung der Branche, in der Sie aktiv sind, wiederspiegeln.
    Die Inflationsrate hingegen ist ein gewichtetes Mittel.

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